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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

4r  4  2  H  a  i  d  i  n  g  e  r.

das  Weissbleierz  (Cerussit),  das  lichte  Rothgiltigerz  besitzen  ihn.
Manche  Granate,  Vesuvian  scbliessen  sieb  an,  der  Glanz  ist  weniger
vollkommen,  er  ist  häufig  weniger  stark,  weil  die  Flächen  zum  Theile
weniger  glatt  und  glänzend  sind.  Hohe  Grade  des  Glasglanzes  nähern
sich  dagegen,  wie  im  Chrysoberyll  und  anderen  Körpern,  öfters  dem
diamantartigen.  Geringere  Grade  erscheinen  oft  als  Fettglanz.  Dunkelfarbige, ­
  graue,  schwarze  Cerussite,  die  dunkeln  Blenden,  Rothgiltigerze
  nähern  sich  unvollkommenem  Metallglanze.
Der  vollkommene  Metallglanz  des  Silbers  und  Goldes,  der  des
Bleiglanzes  und  Pyrites,  ist  charakteristisch  genug,  aber  es  gibt  auch
graue,  schwarze,  metallische  Körper,  wie  Eisen,  Glaserz,  Eisenglanz,
an  welche  noch  andere  sich  anschliessen,  wie  Magneteisenstein,
Küpferindig,  deren  Metallglanz  nur  noch  ganz  unvollkommen  ist,
und  die  mit  jenem  metallähnlichen  Diamantglanz  in  einer  Reihe
Zusammenschlüssen.
Die  Mineralogen  unterscheiden  noch  den  Fettglanz  und  den
Perlmutterglanz,  aber  diese  sind  eigentlich  schon  in  den  vorhergehenden ­
  enthalten  und  nur  unvollkommene  Erscheinungen  davon,  wie
bereits  zum  Theil  erwähnt  wurde.  Mögen  sie  in  der  Terminologie
dieser  Wissenschaft  als  nützlich  heibehalten  werden,  so  hindert
dies  doch  nicht,  sie  auf  diejenige  Stelle  zu  setzen,  die  sie  eigentlich ­
  einnehmen.
Vergebens  wird  man  wahren  Fettglanz,  wahren  Perlmutterglanz
auf  vollkommen  glattflächigen  und  homogenen  Krystallen  suchen.
Der  Fett  glanz  ist  jederzeit  mit  geringeren  Graden  des  Glanzes
und  nicht  vollkommener  Durchsichtigkeit,  grösstentheils  mit  gelblichen
Farbentönen  verbunden,  und  erscheint  ausgezeichnet  auf  den  Flächen ­
  des  unvollkommenen,  besonders  kleinmuscheligen  Bruches;  er
schliesst  an  den  Diamantglanz  und  an  den  Glasglanz  an,  den  vollkommen ­
  glatte  Krystallflächen  oder  hell  polirte  künstliche  Flächen  derselben ­
  Körper  besitzen.
Der  Perlmutterglanz  entsteht  erst  durch  die  Aufeinanderfolge ­
  paralleler  Lagen  durchsichtiger  Körper;  er  erscheint  vorzüglich
auf  Theilungsflächen,  aber  es  ist  nicht  die  einfache  Spiegelung  von
der  Oberfläche,  welche  die  Erscheinung  hervorbringt.
Schon  die  allgemeine  Vergleichung  der  im  Vorhergehenden
als  Beispiele  benannten  Körper  deutet  darauf  hin,  dass  der  Glanz
ein  nahe  unmittelbarer  Ausdruck  der  Liehtbrechkraft  der  Körper

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