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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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H  a  i  d  i  n  g  e  r.

Unterschied  des  Glanzes  und  der  Farbe  durch  die  Verschiedenheit
der  Wirkung  einer  Körperoberfläche  näher  ins  Auge  zu  fassen.  Er
unterscheidet  die  spiegelnde  und  die  zerlegende  Reilexion,  von  denen
die  erste  den  Glanz,  die  zweite  die  Farbe  hervorbringt,  erwähnt  aber
dabei  ausdrücklich,  dass  diese  Zusammenstellung  eigentlich  nichts
wesentlich  Neues  enthalte.
Naumann  stimmt,  wie  er  seihst  erwähnt,  wesentlich  mit  Oersted ­
  überein,  indem  er  definirt:  „Unter  dem  Glanze  der  Körper  versteht ­
  man  die,  durch  die  spiegelnde  Reflexion  von  ihren  mehr
und  weniger  glatten  Oberflächen  hervorgebrachte  Erscheinung,  sofern
man  dabei  von  der  Farbe  abstrahirt’’*).
Die  Mineralogen  sind  eigentlich  am  meisten  in  der  Lage,
genauere  Definitionen  der  verschiedenen  Arten  des  Glanzes  zu  bedürfen, ­
  die  einen  Theil  ihrer  Terminologie  ausmachen,  und  daher  fest
bestimmt  sein  sollten.  Sie  unterscheiden  sie  längst,  aber  ihre  Bedürfnisse ­
  und  die  Forschungen  der  Physiker  wurden  bisher  noch  nicht
vollständig  in  Übereinstimmung  gebracht.
Einige  Beobachtungen,  die  ich  in  der  neuesten  Zeit  zu  machen
Gelegenheit  hatte,  so  wie  die  Betrachtungen,  welche  sich  an  dieselben
anreihten,  Hessen  es  mir  wünschenswerth  erscheinen,  die  Verhältnisse ­
  des  Glanzes  wieder  einmal  für  sich  abzuschliessen,  und  zwar
so,  wie  Oersted  es  für  das  gethan,  was  bisher  gegolten  hat,  diejenigen ­
  Verhältnisse  ins  Auge  zu  fassen,  welche  als  Anfang  weiter
auszudehnender  Forschungen  bezeichnet  werden  können.
Es  ist  insbesondere  das  Phänomen  der  Polarisation  des  Lichtes,
welches  hier  unsere  Aufmerksamkeit  fesselt.
Es  gibt  viele  Körper,  die  hart  genug  sind  oder  hinlänglichen  Zusammenhang ­
  besitzen,  dass  man  sie  mit  glatten  ebenen  Flächen  versehen ­
  kann,  die  das  Bild  eines  Gegenstandes  vollkommen,  wie  ein
Spiegel,  zurückwerfen.  Es  ist  dies  eben  die  Spiegelung  odereine
der  unter  dem  Namen  Glanz  begriffenen  Eigenschaften  der  Körper.
Man  kennt  die  Metallspiegel,  die  vollkommensten  Krystall-  und  Theilungsflächen
  der  Mineralien,  aber  auch  die  Oberflächen  der  Flüssigkeiten, ­
  von  dem  vollkommenen  Spiegel  der  schwarzen  Tinte,  bis  zu
den  überraschenden  Erscheinungen  derFata  m  organa  oder  Luftspiegelung. ­


)  Elemente  der  Mineralogie.  S.  125.
            
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