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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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G  ö  p  p  c  r  t.  Meteoreisen  von  Seeläsgen.

Am  Eibelkogel  nun  wurde  das  merkwürdige  Vorkommen  einer
ganzen,  nicht  zerdrückten  Geode  von  rothem  Glaskopf  gefunden.
Bergrath  Haidinger  hatte  in  jener  ersten  Abhandlung  über  den
rothen  Glaskopf  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  dergleichen  von
den  Mineralogen  noch  nie  beschrieben  worden  wären.  Dies  ist  nun
der  erste  Fall,  wo  ein  solcher  beobachtet  wird,  aber  auch  unter
ganz  eigenthümlichen  Verhältnissen.
Die  Eisenerz-Lagerstätte  seihst  ist  ein  im  Durchschnitte  vier
Fuss  mächtiges  Lager,  dessen  Hangendes  Kalkstein,  das  Liegende
Thonschiefer,  aber  mit  beiden  dergestalt  durch  Schichtenstörung
aufgerichtet,  dass  es  nur  an  dem  mittägigen  Bergabhange  entblösst,
in  senkrechter  Lage  gegen  den  Berg  hinein,  einem  Gange  ähnlich,
aufsetzt.  Die  Lagermasse  war  ursprünglich  Spatheisenstein,  ist
aber  an  dem  Ausgehenden  viele  Klafter  tief  durch  Hydro-Oxydation
verändert.  Der  Brauneisenstein  zeigt  noch  hin  und  wieder  die
Spuren  der  früheren  Spatheisenstein-Structur.  Unmittelbar  unter
der  Oberfläche  nun  wurden  die  rothen  Glasköpfe  in  Geoden  angetroffen.
  In  der  vorgewiesenen  Skizze  ist  auch  der  Ort  angedeutet, ­
  wo  sich  Psilomelan  fand,  so  wie  das  Zusammentreffen  des
rothen  und  des  braunen  Glaskopfes.  Der  Psilomelan  enthält  Mangan
  und  Baryt,  die  beide,  der  erstere  im  Spatheisenstein,  der
andere  als  Schwerspath,  in  der  ursprünglichen  nun  verwitterten
Lagermasse  enthalten  waren.
Eine  erhöhte  Temperatur  an  der  Oberfläche  kann  nicht  wohl
als  Erklärung  dieser  Veränderung  und  der  Bildung  des  rothen
Glaskopfes  angenommen  werden.  Aber  die  beständige  Abwechslung
der  Temperatur,  die  Bewegung  von  Feuchtigkeit  an  der  Oberfläche
kann  leicht  Veranlassung  gewesen  sein,  in  dem  braunen  Glaskopf
die  in  demselben  in  nichtchemisch  verbundenem  Zustande  enthaltene ­
  Kieselerde  aufzulösen,  und  dadurch  hei  dem  nun  reineren
Eisenoxyd-Hydrate  den  Verlust  des  Wassers  vorzubereiten.

Herr  Professor  Göppert  zu  Breslau  übersendet  ein  Stückchen ­
  des  bei  Seeläsgen  unweit  Frankfurt  an  der  Oder  gefundenen
Meteoreisens  und  die  darüber  in  der  Breslauer  Zeitung  bekannt
gemachte  Notiz.
            
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