426 Bytl. Elemente
Es ist sogar, sagt C arnot, nicht einmal richtig, die Grössen + und
•— gemeinschaftlich reel zu nennen; denn wären sie es auf gleiche
Art, warum wäre dann die zweite Wurzel aus der einen nicht eben
so reel, wie die aus der anderen?
Nur anmerkungsweise sei hier gesagt, dass der vorgeschlagene
Fortschritt auch hier zur Versöhnung führt. Bedient man sich um der
d’Alembert’schen Proportion aus ihren Schwierigkeiten zu helfen,
der Lagefunction f (0) in dem speciellen Falle f(2 ?r) = /'(V) ■ f 00»
so hat man evident f (2k)~ f (V) —f (n-) -r f (o) was eben dieselbe
Proportion ist, aber mit Beleuchtung der dort so paradoxen Relationen;
so dass man ersieht, warum die negative Grösse f (u:) in
der That sowohl kleiner als die positive, nämlich f (ar) < f (2 b),
als auch grösser als dieselbe nämlich f (k) > f (o), sein kann. Die
interponirte Lagegrösse kann nämlich bald grösser bald kleiner sein.
§. 18. Unter den Fragen der Phoronomie ist diese gewiss eine
der wichtigsten, welche den analystischen Ausdruck für den zurückgelegten
Weg verlangt; es ist dies eine Frage nach einer individuellen
Function der Zeit. Welche Antwort aber wird ihr zu Theil?
Ist es ein geradliniger Weg, so gibt es dafür die elementaren Formeln
s — c t; s — % g t 2 ; s = a cos 6 f, und ähnliche, die wirklich
Zeitfunctionen sind, obwohl sie noch immer die Richtung des
Weges verschweigen. Ist die Bahn dagegen krumm, so verschweigt
die Analyse selbst den absoluten Weg. Sie gibt nur eine ausweichende
Antwort, indem sie bloss die geradlinigen Bewegungscomponenten nennt,
und wird die resultanteBahn verlangt, so geht unter ihrer Entwickelung
die Zeit verloren, und man erhält einen Ausdruck zwischen den
Coordinaten, ohne Zeit; also keine Zeitfunction mehr. Wahrlich ein
starres Resultat, welches nur ungenügend erscheinen kann. Und so
hat dies System die weitere Eigenschaft, geradlinige Bewegungen
zu kennen, krummen Bahnen dagegen nicht gewachsen zu sein, da
doch diese wohl fast die einzigen wirklichen sind.
Auch dieser Umstand spricht zu Gunsten des vorgedachten Fortschrittes;
denn es kann in der That nichts einfacher sein, als in der
Function f (0) die Grundgrösse 6 in zweiFactoren aufzulösen, davon
der eine die Zeit vorzustellen hat, und alsbald hat man durch 0 = cf,
bei constanten Werthen für a und c, die Form r — a f (c f), welche
selbst unter ablaufender Zeit schon eine Kreisbahn genuin repräsentirt,
worin a die constante Centraldistanz ist, die peripherische