424
Ry 11. Elemente
heisst: mögen dieselben orthogonal sein oder schief; der Widerstand,
den sie dem algebraischen Gesetze enfgegenstellen, ist seiner innern
Natur nach kein anderer, als jener war, mit dem das algebraische
Gesetz gegenüber der Geometrie des Alterthums zu kämpfen hatte.
Denn man kann nicht bloss die Wahrnehmung machen, dass die Formen
in allen Fällen, wo sie vorkommt, vom Eintritt in das
System ausgeschlossen wird, sondern auch Fälle sogar zeigen, wo
selbst die negative Form etwas Unmögliches ist. Um Letzteres zu
sehen, braucht man nur denKrümmungsradius irgend einer Curve zu
rechnen, so tritt derselbe mit dem Vorzeichen + auf, um die Erfahrung
herbeizuführen, dass nur der positive Werth einen Sinn hat
und verwendbar ist, während — den Zufall ausgenommen, der am
Wendepunkt zwischen Convexität und Concavität sich insinuirt —
zwischen der ganzen andern Hälfte des Resultats und dem System die
Frage auf Sein und Nichtsein geht. Dessgleichen findet Statt, wenn
aus den Coordinaten eines Raumortes der Radiusvector, einfachen
Falles in der Form r 2 = x 2 + y 2 + z 2 gegeben wird, woraus gleichfalls
r zweiwerthig folgt. Bedenkt man noch, dass r hier und dort
zweiwerthig hervorgeht, mögen die Coordinaten, welchem Orteimmer
zugehören, oder mögen die verschiedensten absoluten Wertlie derselben,
bei ihrer Independenz, wie immer mit + und — verbunden
sein; so setzt sich dieser positive Vector ganz nach Art und Geist
der alten Geometrie in allen Raumlagen fest, so dass in Beziehung
auf ihn das Vorzeichen „—” aus dem ganzen Raume hinausgewiesen
wird, mithin in dieser Beziehung die negative Grösse unmöglich erscheint.
Das neue Cartesische System hat also die Eigenschaft, die
negativen Grössen unter gewissen Titeln, z.B. als Ordinate, Abscisse,
zu kennen, ihr die Aufnahme zu gestatten, unter andern z. B. als
Radiusvector, Krümmungsradius, dieselbe aus dem Raume hinauszuweisen,
d. h. ihm ist diese Grösse bald möglich, bald das Gegentheil.
Und dieses kann nicht consequent sein. Wir wollen aber
weiter sehen.
■§. 17. Es ist sicher ein wesentliches Erforderniss eines wissenschaftlichen
Systems, dass das, was axiomatisch zu Grunde liegt, und
woraus durch Schluss neue Erkenntnisse ermittelt werden sollen, ein
Evidentes sei, oder dass es, das System nämlich, seine Anstalt
und Mittel vollkommen kennt. Ich beabsichtige hier nicht, noch