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Ry 11. Elemente
oder wenn man will, eingebildet sein. Wie denn das Alterthum auch
in der Tliat keine Kenntniss davon hesass. Es konnte dieselben auf
dem Gebiete der Geometrie nicht finden, wegen des Geistes, in dem
dieselbe betrieben ward; es konnte dieselben aber auch auf dem Felde
der Rechnung nicht entdecken, weil auf diesem Felde gar nicht
gesucht worden ist.” Sowie die Rechnung im Altertbume der Geometrie
gegenüber stand, wurde alle Ausbildung ausschliessend der
letztem zu Theil, so dass sie demzufolge den entschiedenen Vorrang
vor der ersteren hatte, als welche nicht so weit noch gelangt war,
um für den Ausdruck individueller Zahlen Zeichen zu besitzen, die
von einem aus der Zahlnatur hervorgehenden Gesetze beherrscht
wären. Zwar, die Pythagoräer batten viel mit Zahlen zu thun, allein
anstatt darin den formalen Ausdruck der sich wiederholenden Operation
des Setzens zu erblicken, setzten sie darin Geheimnisse voraus,
die ihnen im verworrenen Zusammenhänge mit dem Sein der Dinge
erschienen sind. Wäre der Zahl ihr rein formaler Charakter vindicirt
worden, so hätte seine einfache Klarheit den Platz jener Geheimnisse
eingenommen, und hätte schon das Alterthum sich der Mittel bemächtigt,
um Fragen erledigen zu können, die selbst jetzt noch offen stehen.
lndess der factische Zustand zeigt, dass es der Zahl nicht bloss
am entsprechenden Ausdruck gefehlt hat — man weiss, wie viel Mühe
die Alten, z. B. Archimed, nöthig hatten, um eine sehr grosse
Zahl darzustellen — sondern selbst an einem bestimmten Begriff.
Erst nachdem seit Apollonius von Pergä die alte Geometrie auf
ihrer Höhe stehen geblieben war, kam, aber freilich erst viel später,
die Reihe der Ausbildung an die Rechnung, die, nachdem sie durch
die Araber gepflegt worden, vom zehnten christlichen Jahrhundert
an bekanntlich durch die Araber in Europa Eingang gefunden hat. Vor
Allem musste aber, wie die Geschichte lehrt, die arabische Zahlenbezeichnung
und dekadische Zählung mit den damaligen Zählungsmethoden
und Bezeichnungen der Zahlen durch Marken auf und zwischen
parallelen Linien in Concurrenz treten und sich gegen dieselben
behaupten, die Rechnung selbst aber mit der Begründung der
ersten oder sogenannten Grundoperationen beginnen — ehe es dahin
kam, dass Stifel's Arithmetica integra Begriffe von Logarithmen
und Binomialcoefl'icienten anregen konnte. Nachdem um 1580 P.
Ramus (Pierre de la Ramee) schon die Decimalrechnung der Bruchzahlen
gelehrt hatte, schritt man bald nach 1600 zur Berechnung