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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Ryll.  Elemente

hier,  ohne  mit  Nothwegdigkeit  die  Sorge  in  Betreff  der  Gediegenheit
des  Planes  und  der  Zulänglichkeit  des  Bodens,  welchen  er  in  Anspruch
nimmt,  auf  sich  zu  haben,  sich  auf  die  Voraussetzung  der  diesfalls
bereits  anderweitig  geleisteten  Sache  verlassen,  und  um  so  zuversichtlicher ­
  darüber  hinaus  fortschreiten  kann,  als  im  Falle  wo  Grundlage ­
  und  Plan  Keime  zu  einer  wenngleich  erst  später  hervortretenden
Unordnung  in  sich  trügen,  die  Calamität  des  Erfolges  höchstens  eine
allgemeine  Calamität  der  Wissenschaft  wird,  die  kein  Einzelner  zu
tragen  oder  zu  verantworten  hat.  Aber  eben  der  wahren  Wissenschaft
Interesse  wird  es  fordern,  diese  Bequemlichkeit  und  Sicherheit  des  populären ­
  Wesens  von  der  genuinen  inneren  Wahrheit  und  Richtigkeit  der
Grundlegung  zu  unterscheiden;  der  wahren  Wissenschaft  Interesse
wird  fordern,  dass  unbeachtet  gebliebene  Umstände  und  Gründe  nachgeholt ­
  und  zur  Geltung  gebracht  werden,  sei  es  selbst  unter  Umständen, ­
  dass  ein  Versuch  dieser  Art  keine  Stimme  für  sich  hat,  ausser
seinem  baren  Gehalt.  Vor  dem  ernsten  Gerichte  der  Zeit  kann  die
geläufige  Gangbarkeit  der  Urtheile  in  irgend  einer  Zeit  keinen  zureichenden ­
  Schutz  zu  Stande  bringen.  Während  der  Einzelne  und  wäre
er  der  Zeitgeist  selbst,  nur  aus  und  nach  Gesichtspunkten  seiner
Individualität  zu  urtheilen  vermag,  führt  nur  die  Concurrenz  und
Suceession  vieler  Urtheile  unter  abtliessender  Zeit  den  Erfolg  mit  sich,
dass,  was  an  den  Partialurtheilen  von  Präjudiz,  Einseitigkeit  oder  gar
Übertreibung  und  Leidenschaft  hängt,  in  dem  Conflict  der  Sentenzen
sich  paralisirt,  und  durch  ein  solches  Nullwerden  des  Ungültigen  ein
Rest  herausgebildet  wird,  der,  gleichwie  der  Stein  durch  wohlgetroffene ­
  Wegschaffung  des  Überflüssigen  unter  der  Hand  des  Meisters ­
  zum  vollendeten  Bildniss  wird,  zuletzt  als  das  vollkommene
Urtheil  des  idealen  menschlichen  Geistes  stehen  bleibt.  Der  Verstand
kann  nicht  umhin,  an  der  wirklichen  Übereinstimmung  des  Gedachten
sowohl  mit  sich  selbst  als  auch  mit  den  letzten  nothwendigen  Voraussetzungen ­
  davon  seine  Befriedigung  zu  linden.  Allein  diese  setzt  immer
die  ersteren  voraus,  kann  ohne  sie  nicht  subsistiren,  es  wäre  denn,
dass  sie  nur  Täuschung  ist,  die  über  kurz  oder  lang  der  Einsicht
weichen  muss;  wie  die  Geschichte  auch  Beispiele  solcher  Art  aufzuweisen ­
  hat,  Täuschungen  können  zwar  sehr  tief  Wurzel  fassen,  so  lange
der  Verstand  nämlich  mit  der  Deutung  der  Symptome  ihrer  wahren
Natur  nicht  im  Klaren  ist;  aber  sowie  die  reine,  einfache  Wahrheit
ihn  zufrieden  zu  stellen,  vermögen  sie  selbst  zur  Zeit  ihrer  ausge-
            
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