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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

der  Lagerechnung.

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Weil  nun  dies  so  wie  überhaupt  alle  Einwirkungen  der  Rechnung ­
  auf  die  Lage,  von  der  Function  f  (&)  abhängig  sind,  so  wird
daran  gelegen  sein,  diese  in  ihrem  rechnungsgemässen  Organismus
zu  erkennen.  Bevor  jedoch  die  Aufsuchung  der  individuellen  Form
von  f  (6)  vorgenommen  wird,  ist  es  nothwendig,  den  historischen
Gesichts-  und  Standpunkt  genau  festzustellen,  von  welchem  aus  die
hier  geschehenen  Schritte  geleitet  sind,  damit  auch  diejenige  Beziehung ­
  klar  werden  mag,  in  welche  die  vorliegende  Arbeit  zu  dem  factischen
  Zustande  der  alten  und  neueren  Geometrie  sich  stellt.

Zweites  Capitel.
Historische  Entwickelung  der  Lagerechnung.
§.  10.  Es  ist  Thatsache,  dass  leitende  Ideen  von  grossem  Einflüsse ­
  sind.  Die  Geschichte  einer  jeden  Wissenschaft  hat  dies  durch
Beispiele  nachgewiesen  und  so  zu  der  Erkenntniss  geführt,  dass  mit
den  leitenden  Principien  selbst  ganze  wissenschaftliche  Systeme
stehen  und  fallen.  Ich  kann  daher  nicht  umhin,  um  des  hier  verfolgten
Zweckes  willen  das  zum  Grunde  liegende  leitende  Princip  in  seiner
EigenthüfHlichkeit  aus  den  Daten  der  Geschichte  zu  entwickeln  und
hierdurch  klar  vor  Augen  zu  legen;  damit  auch  das,  was  sich  darauf
gründet,  stehen  oder  fallen  möge,  falls  es  durch  die  leitende  Idee
nicht  gehalten  zu  werden  vermöchte.  Zwar  kann  gemachte  Erfahrung
mich  besorgen  machen,  dass  die  gegenwärtige  Untersuchung  nicht  im
Vorhinein  die  weitverbreiteten  gangbaren  Ansichten  über  den  Höhepunkt ­
  und  die  Vollkommenheit  der  gegenwärtigen  geometrischen
Analysis  zu  Bundesgenossen  haben  dürfte,  da  der  Optimismus  dieser
Analysis  Vielen  unantastbar  erscheint  :  allein,  wieviel  auch  eine  solche
Stimme  in  der  That  für  sich  hat,  die  Elemente  und  Beweggründe
dazu  sind  von  Beliebigsetzen  und  blossem  Dafürhalten  nicht  frei,  und
werden  die  Möglichkeit  von  Zusätzen  und  Einschränkungen  auszuschliessen
  nicht  im  Stande  sein.  Das  Wohl  der  Wissenschaft  ist
sicher  unrichtig  und  engherzig  bedacht,  wenn  dem  Einzelnen  zugemuthet
  werden  wollte,  auf  einem  bereits  von  Anderen  eröffneten  und
von  Vielen  betretenen  Wege  unbedingt  festzuhalten  und  fortzugehen,
ohne  auf  die  vorausgegangene  Wahl  und  Beschaffenheit  dieses  Weges
seihst  mehr  zurück  zu  blicken.  Man  kann  das  indifferente  Einlenken
in  solchen  Weg  zwar  allerdings  populär  finden  und  bequem,  da  man
            
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