allotropischen Zustand des Phosphors.
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erwärmt, wo er in den gewöhnlichen übergeht, tritt wie sonst die
Feuer-Erscheinung ein. Die Einwirkung des Broms hingegen ist
von Feuer-Erscheinung begleitet. Jod wirkt bei gewöhnlicher Temperatur
zwar nicht auf den amorphen Phosphor, heim Erwärmen
erfolgt die Verbindung jedoch ohne alle Feuer-Erscheinung. Man
kann überhaupt sagen, dass dem amorphen Phosphor die Fähigkeit,
sich unter Licht-Erscheinung mit anderen Körpern zu verbinden, in
einem weit geringeren Grade zukommt, als dem gewöhnlichen. Nur
in wenigen Fällen wird durch die grössere Anzahl von Berührungspunkten,
welche der fein vertheilte amorphe Phosphor, im Vergleiche
mit dem gewöhnlichen, den Körpern darhietet, eine raschere Einwirkung
auf ersteren bedingt. Dies geschieht z. B. heim Chlorwasser
und namentlich bei der Salpetersäure, welche letztere denselben
unter Aufbrausen auflöst. Verdünnte Kalilauge wirkt auch
heim Kochen nur höchst unbedeutend auf den amorphen Phosphor,
concentrirte hingegen löst denselben unter Entwickelung von reinem,
nicht selbst entzündlichen Phosphor — Wasserstoffgas. Die Wirkung
der Kalilauge auf den amorphen Phosphor ist aber noch eine andere.
Lässt man denselben nämlich durch einige Zeit mit sehr concentrirter
Kalilauge in Berührung, oder kocht man ihn einige Augenblicke mit
einer weniger concentrirten Lauge, so nimmt derselbe eine dunkelchocoladebraune,
fast schwarze Farbe an, und zwar eine um so
dunklere, je feiner er vertheilt ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass
der Thenard’sche schwarze Phosphor nichts anderes ist, als
gewöhnlicher Phosphor, dem dieser dunkle amorphe Phosphor beigemengt
ist, und der dann gleichförmig schwarz erscheint, wie er
durch Beimengung des rothen diese Farbe annimmt.
In technischer Hinsicht wichtig ist das Verhalten des amorphen
Phosphors gegen solche Oxyde, die ihren Sauerstoff nicht zu fest
halten, oder gegen Superoxyde, die einen Theil desselben leicht an
andere Körper abgeben, oder endlich gegen Salze, welche von
sauerstoffreichen, leicht zerlegbaren Säuren gebildet werden. Wird
derselbe nämlich mit diesen Körpern zusammen gerieben, so erfolgt
die Entzündung des Phosphors bei einigen unter Verpuffung, hei
anderen unter ruhigem Abbrennen. Beim Erwärmen mit diesen Körpern
finden ähnliche Erscheinungen Statt. Gelingt es, ein im Grossen
leicht ausführbares Bereitungsverfahren des amorphen Phosphors zu
finden, was nach den eben mitgetheilten Daten wahrscheinlich bald