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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

allotropischen  Zustand  des  Phosphors.

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zugleich  vom  Lichte  getroffen  wurde,  sah  ich  deutlich,  dass  die
Wirkung  des  Lichtes  und  die  der  Wärme  sich  gegenseitig  unterstützen, ­
  so  dass  man  sagen  kann:  erwärmter  Phosphor  wird  durch
das  Licht  viel  schneller  geröthet,  als  kalter;  oder,  vom  Lichte
getroffener  Phosphor  bedarf  einer  geringeren  Erhöhung  der  Temperatur, ­
  um  auf  die  eben  angegebene  Art  verändert  zu  werden,  als
im  Dunkeln  befindlicher.
Hieraus  geht  hervor,  dass  die  Einwirkung  der  Wärme  und  die
des  Lichtes  von  gleicher  Art  sein  müssen.
Die  einfachste  Art,  den  amorphen  Phosphor  zu  bereiten,  ist  folgende: ­
  Man  bringt  reinen,  möglichst  trockenen  Phosphor  in  einen
Kolben  mit  flachem  Boden,  und  verschliesst  diesen  mittelst  eines
guten,  doppelt  durchbohrten  Korkes.  Tn  der  einen  Bohrung  befindet
sich  ein  bis  in  den  Phosphor  reichendes  Thermometer,  in  dem
anderen  eine  rechtwinkelig  gebogene  Röhre,  in  deren  horizontalem
Theile  eine  zur  Aufnahme  von  etwas  Phosphor  bestimmte  Kugel
aufgeblasen  ist.  Die  Länge  des  im  Korke  befestigten  Schenkels
beträgt  nur  wenige  Zolle,  während  der  verlicale,  in  Quecksilber
tauchende  Schenkel,  28  Zoll  lang  ist.  Man  stellt  den  Kolben  auf
eine  ebene  Blechplatte,  welche  durch  eine  Weingeist-  oder  besser
Gasflamme  erhitzt  wird.  Ehe  dies  geschieht,  muss  man  indess
den  Phosphor  in  der  Kugel  bis  zum  Entzünden  erwärmen,  um  so
allen  Sauerstoff  aus  dem  Apparate  zu  entfernen.  Ich  habe  auf
diese  Weise  aus  ungefähr  18  Lotli  Phosphor  nach  SOstündigein
Erhitzen  12  Lotli  amorphen  Phosphors  erhalten,  der  in  diesem
Falle  eine  feste,  dem  geschmolzenen  Selen  sehr  ähnliche  Masse
bildete.  Dauert  die  Erhitzung  weniger  lang,  und  ist  die  Temperatur ­
  nicht  so  hoch,  so  hackt  die  Masse  nicht  zusammen,  und
erscheint  nach  der  Behandlung  mit  Kohlensulfid  als  ein  sehr  zartes
Pulver.  Die  grosse  Menge  des  hei  diesem  Versuche  erhaltenen  Productes
  ist  zugleich  ein  schlagender  Beweis  dafür,  dass  kein  fremder
Körper  hei  Bildung  desselben  mitwirken  konnte,  da  der  Stand  des
Quecksilbers  zugleich  zeigt,  ob  der  Apparat  luftdicht  hält  oder  nicht.
Bei  einiger  Aufmerksamkeit  kann  man  auch  das  Thermometer  ganz
weglassen,  indem  die  Flamme  nur  so  regulirt  zu  werden  braucht,
dass  der  Phosphor  nicht  kocht,  aber  eben  anfängt  langsam  zu  sublimiren.
  Nachdem  der  Phosphor  wieder  erkaltet  ist,  giesst  man
Wasser  auf  das  Quecksilber  und  senkt  das  Gefäss  langsam,  so  dass
            
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