allotropischen Zustand des Phosphors.
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zugleich vom Lichte getroffen wurde, sah ich deutlich, dass die
Wirkung des Lichtes und die der Wärme sich gegenseitig unterstützen,
so dass man sagen kann: erwärmter Phosphor wird durch
das Licht viel schneller geröthet, als kalter; oder, vom Lichte
getroffener Phosphor bedarf einer geringeren Erhöhung der Temperatur,
um auf die eben angegebene Art verändert zu werden, als
im Dunkeln befindlicher.
Hieraus geht hervor, dass die Einwirkung der Wärme und die
des Lichtes von gleicher Art sein müssen.
Die einfachste Art, den amorphen Phosphor zu bereiten, ist folgende:
Man bringt reinen, möglichst trockenen Phosphor in einen
Kolben mit flachem Boden, und verschliesst diesen mittelst eines
guten, doppelt durchbohrten Korkes. Tn der einen Bohrung befindet
sich ein bis in den Phosphor reichendes Thermometer, in dem
anderen eine rechtwinkelig gebogene Röhre, in deren horizontalem
Theile eine zur Aufnahme von etwas Phosphor bestimmte Kugel
aufgeblasen ist. Die Länge des im Korke befestigten Schenkels
beträgt nur wenige Zolle, während der verlicale, in Quecksilber
tauchende Schenkel, 28 Zoll lang ist. Man stellt den Kolben auf
eine ebene Blechplatte, welche durch eine Weingeist- oder besser
Gasflamme erhitzt wird. Ehe dies geschieht, muss man indess
den Phosphor in der Kugel bis zum Entzünden erwärmen, um so
allen Sauerstoff aus dem Apparate zu entfernen. Ich habe auf
diese Weise aus ungefähr 18 Lotli Phosphor nach SOstündigein
Erhitzen 12 Lotli amorphen Phosphors erhalten, der in diesem
Falle eine feste, dem geschmolzenen Selen sehr ähnliche Masse
bildete. Dauert die Erhitzung weniger lang, und ist die Temperatur
nicht so hoch, so hackt die Masse nicht zusammen, und
erscheint nach der Behandlung mit Kohlensulfid als ein sehr zartes
Pulver. Die grosse Menge des hei diesem Versuche erhaltenen Productes
ist zugleich ein schlagender Beweis dafür, dass kein fremder
Körper hei Bildung desselben mitwirken konnte, da der Stand des
Quecksilbers zugleich zeigt, ob der Apparat luftdicht hält oder nicht.
Bei einiger Aufmerksamkeit kann man auch das Thermometer ganz
weglassen, indem die Flamme nur so regulirt zu werden braucht,
dass der Phosphor nicht kocht, aber eben anfängt langsam zu sublimiren.
Nachdem der Phosphor wieder erkaltet ist, giesst man
Wasser auf das Quecksilber und senkt das Gefäss langsam, so dass