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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Schrotter.  Über  einen  neuen

ficirte  in  Form  einer  rothen  Kruste  zurückbleibt.  Auf  gleiche  Weise
in  der  dritten  Kugel  behandelt,  erhält  man  dasselbe  Resultat.  Wird
nun  der  in  der  zweiten  und  dritten  Kugel  gebliebene  Rückstand  stark
genug  erhitzt,  so  fängt  derselbe  sehr  bald  an  zu  verschwinden,
während  sich  in  den  kälteren  Theilen  der  Röhre  wieder  wasserhelle
Tropfen  von  gewöhnlichem  Phosphor  ansammeln.  Man  kann  auf
diese  Weise  den  Phosphor  beliebig  aus  der  einen  Modification  in  die
andere  überführen,  und  ihn  fast  gänzlich  in  der  letzten  Kugel  als
wasserhelle  Flüssigkeit  sammeln,  in  welchem  Zustande  er  zuweilen
durch  längere  Zeit  bleibt.  In  einem  Falle  sah  ich  ihn  durch  36  Tage
hei  einer  Temperatur,  die  während  dieser  Zeit  einigemal  —  5°
betrug,  vollkommen  flüssig  bleiben.  Es  ist  kein  Fall  bekannt,  wo
das  Vorhandensein  verschiedener  allotropischer  Zustände  auffallender
und  bestimmter  den  Augen  der  Schüler  vorgeführt  werden  könnte,
als  eben  dieser.  Übrigens  lässt  sich  die  Umwandlung  in  den  amorphen ­
  ,  und  aus  diesem  wieder  in  den  gewöhnlichen,  d.  i.  krystallisirten
  Zustand,  auch  in  einer  ganz  zugeschmolzenen,  mit  einer
indifferenten  Gasart  gefüllten  Röhre,  obwohl  nicht  ganz  ohne  Gefahr,
anstellen.
Als  ich  versuchte  den  Phosphor  in  einem  Raume,  der  nur  sehr
verdünnte  Luft  enthielt,  durch  Erwärmung  in  den  amorphen  Zustand
überzuführen,  zeigte  es  sich,  dass  dies  nicht  zu  bewirken  war,
man  mochte  denselben  noch  so  lange  erwärmen.  Die  Ursache  hievon
liegt  aber  nur  in  dem  verminderten  Drucke,  welcher  bewirkt,  dass
der  Phosphor  nicht  die  Temperatur  erreichen  kann,  die  zur  Umwandlung ­
  nothwendig  ist.  Obwohl  ich,  was  das  Nähere  der  hierüber
angestellten  Versuche  betrifft,  auf  die  Abhandlung  selbst  verweisen
muss,  so  will  ich  hier  nur  anführen,  dass  der  Siedepunkt  des  Phosphors ­
  unter  einem  Drucke  von  120 m ' n  bei  163°  liegt,  während,  wenn
der  Druck  ol4 mm  beträgt,  das  Sieden  erst  bei  230°  eintritt.
Die  Temperatur,  bei  welcher  der  gewöhnliche  Phosphor  in  den
amorphen  übergeht,  lässt  sich  nicht  mit  Genauigkeit  bestimmen,
denn  innerhalb  gewisser  Grenzen  bewirkt  eine  niedere  Temperatur
dasselbe  in  längerer  Zeit,  was  bei  einer  höheren  schon  in  kürzerer
geschieht.  Ich  sah  die  Umwandlung  hei  215°  C.  eintreten,  wenn  der
Phosphor  lange  genug  dieser  Temperatur  ausgesetzt  wurde;  am
raschesten  geht  sie  indess  zwischen  240  und  250°  C.  vor  sich.  Als
ich  den  Versuch  so  anstellte,  dass  der  Phosphor  heim  Erwärmen
            
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