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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Schrotte  r.  Über  einen  neuen

welche  verschiedene  mit  allen  möglichen  Vorsichten  gereinigte  und
getrocknete  Gasarten,  wie  Kohlensäure,  Wasserstoffgas  oder  Stickgas
enthielten.  Um  die  dem  Phosphor  hartnäckig  anhängende  geringe
Menge  von  Feuchtigkeit  zu  entfernen,  wurde  derselbe  vor  dem  Zuschmelzen ­
  der  Röhren  zuerst  erwärmt,  und  aus  der  ersten  Kugel  in
die  zweite  üherdestillirt.  Die  so  vorgerichteten  Röhren  wurden  nun
der  Einwirkung  des  Lichtes  ausgesetzt,  und  es  fand  sich,  dass  die
Veränderung  des  Phosphors  in  allem  auf  gleiche  Art  vor  sich  ging.
Reim  Aufbrechen  der  Röhren  war  weder  durch  den  Geruch,  noch
sonst  auf  eine  Weise,  das  Vorhandensein  eines  fremden  Gases  zu
bemerken,  und  dies  war  auch  dann  nicht  der  Fall,  als  der  Phosphor
in  feuchtem  Zustande  angewendet  wurde.  Hieraus  muss  geschlossen
werden,  dass  die  Veränderung,  welche  der  Phosphor  durch  das
Licht  erleidet,  von  der  Gegenwart  des  Sauerstoffes  ganz  unabhängig
ist,  also  von  keiner  Oxydation  bedingt  sein  kann.
Bei  einer  aufmerksamen  Betrachtung  des  roth  gewordenen  Phosphors ­
  zeigte  sich,  dass  derselbe  nicht  durch  seine  ganze  Masse
gleichförmig  gefärbt  war,  sondern  dass  sich  feine  rothe  Theilchen
in  demselben  abgesondert  hatten.  Diese  rothen  Theilchen  sind  in
Kohlensulfid  unlöslich,  sie  lassen  sich  daher  durch  dasselbe  von  dem
übrigen  Phosphor  trennen,  und  ich  werde  weiter  unten  durch  die
unzweideutigsten  Versuche  zeigen,  dass  sie  wirklich  nichts  anderes
als  reiner  Phosphor  sind,  der  sich  in  einem  anderen  allotropischen
Zustande,  und  zwar  in  dem  amorphen,  befindet.
Sowohl  die  Erscheinungen,  welche  ich  hei  dem  Behandeln  des
Phosphors  in  den  verschiedenen  Gasen  zu  beobachten  Gelegenheit
hatte,  als  auch  die  Betrachtung,  dass  die  chemischen  Wirkungen
der  Wärme  denen  des  Lichtes  meistens  analog  sind,  veranlassten
mich,  zu  untersuchen,  ob  dies  auch  hier  der  Fall  sein  werde.
Ich  erwärmte  zu  diesem  Behufe  Phosphor  in  einer  Atmosphäre
von  Stickgas,  Kohlensäure  oder  Wasserstoffgas  nach  und  nach  bis
zu  226°  C.  und  erhielt  diese  Temperatur  durch  einige  Zeit  constant.
Es  traten  bald  Erscheinungen  ein,  die  gewiss  längst  vor  mir  von
Anderen  oft  gesehen,  aber  nicht  beobachtet  und  bisher  von
Niemandem  richtig  gedeutet  wurden.  Auch  ich  hätte  dieselben
vielleicht  unbeachtet  gelassen,  wenn  ich  nicht  durch  die  vorher  angegebenen ­
  Thatsaclien  darauf  vorbereitet  gewesen  wäre.  Der  Phosphor ­
  nahm  nämlich  bald  die  schöne  fast  carmoisinrothe  Farbe  an,
            
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