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314 H a i d i n g e r. Gosaupetrefacten.
Verhältnisse, und das Vorkommen von Fossilien überhaupt in diesem
Schichtsystem wohl nur eine locale Ausnahme, — daher vielleicht
manche Schwierigkeiten und scheinbare Widersprüche. Den Mergel
der oberen Fundstelle hat Frey er zugesendet erhalten und er soll
darin Foraminiferen gefunden haben. Er ist oft ganz dicht gedrängt
voll Korallen und die grossen Arten bilden schichtenartige Bänke
darin, die ich zuerst für Kalksteinschichten hielt. Man kann im
wahren Sinne des Wortes Fuhren von Korallen bekommen."
Durch eine Verwundung am Fusse, in Oberburg zurückgehalten
gelang es Herrn v. Morlot noch mit mehreren Punkten, wo sich in
der dortigen Gegend Gosauversteinerungen finden, bekannt zu werden,
und sie möglichst durch Arbeiter aus der Gegend auszubeuten.
Auf mehrere machte der dortige herrschaftliche Förster aufmerksam,
von dem die ganze Entdeckung ausging. Ein dritter Punkt (III) liegt
hei Neustift, eine gute halbe Stunde weiter thalaufwärts als II, ein
vierter Punkt (IV) liegt zwei Stunden unterhalb Oberburg, nahe an
der Vereinigung des Oberburger Thaies mit dem Santhale. Nr. III
bei Neustift lieferte nebst einiger wenigen Mäandrinen und Asträen,
die den zwei ersten Punkten gemein sind, wesentlich nur zwei
Korallenarten, beide verschieden von allen denen der zwei ersten
Punkte, und beide in sehr zahlreichen Individuen. Die vielen andern
Fossilien der zwei ersten Punkte fehlen hier, eben so sind die Foraminiferen
von Nr. III ganz andere und viel grössere, -— also stark
ausgesprochene Locälitätsverhältnisse. Der Reichthum an organischen
Formen gebietet natürlich ein besonders starkes Sammeln, was denn
auch von Herrn v. Morlot kräftigst eingeleitet worden ist. Nebst
den oben verzeichneten sind noch zwei Punkte angegeben worden,
die wie IV hoch im Gebirge in den Seitenthälern liegen, während
sich I, II und III in der Thaltiefe des Oberburger Hauptthaies befinden.
Diese sechs bekannten Punkte vertheilen sich gleichförmig auf
das ganze Gebiet des Drinthbaches, der das Hauptwasser des Oberburger
Thaies ist, — ein günstiger Umstand, der auf neue Fundorte
hoffen lässt, was der localen Verschiedenheiten wegen sehr
wichtig ist.
Herr v. Morlot hat auch einige Foraminiferen und Bryozoen
aus den Loealitäten II und III mit in seinem Briefe vom 28. September
eingesandt,