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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

neue  Gattung  von  Poecilicn,

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wie  an  einer  gemeinen  Flosse  ausgebreiteten  Strahlen,  unter  der
Loupe  betrachtet,  aussehen  wie  folgt:  Der  erste  Strahl  ist  ein  gewöhnlicher, ­
  ungetheilter,  kurzer  Stützenstrahl.  Der  zweite  ist  lang,
breit  und  flach,  bald  nach  der  Basis  etwas  angeschwollen  und  rückwärts ­
  gebogen;  nach  seiner  Mitte  erhebt  sich  an  der  Vorderkante
eine  stumpf  eingekerbte  Stelle,  auf  welche  eine  hohle  Furche  folgt,
deren  beide  im  Bogen  vorwärts  gewendete  zugeschärfte  Kanten  mit
scharfen  Sägezähnchcn  versehen  sind.  Nach  dieser  kurzen,  doppelten
Säge  krümmt  sich  die  Spitze  des  Strahles  rückwärts  und  endet  in
einen  flachen,  sehr  scharfen  wieder  vorwärts  gerichteten  Angelhaken. ­
  Der  ganze  Strahl  ist  wie  gewöhnlich  bis  gegen  sein  Ende
kurz  gegliedert.  Der  dritte  Strahl  spaltet  sich  einfach  gegen  die
Spitze  zu,  dabei  ist  aber  sein  hinterer  Zweig  rückwärts  fein  gesägt.
Der  vierte  Strahl  erweitert  sich  löffelförmig  von  seiner  Mitte  an  bis
gegen  die  Spitze,  welche  gerade  wie  beim  zweiten  Strahle  in  einen
scharfen,  jetzt  rückwärts  gekrümmten  Haken  endigt.  Der  S.,  6.  und
7.  Strahl  ist  kaum  halb  so  lang  wie  der  vierte,  alle  drei  sind  gegen
ihr  Ende  meisseiförmig  flach  ohne  wirkliche  Spaltung,  obschon  sie
etwas  angedeutet  zu  sein  scheint.
Um  sich  nun  einen  deutlichen  Begriff  von  dieser  Afterflosse
machen  zu  können,  die  wir  auf  Taf.  VIII,  Fig.  a,  in  der  eben  beschriebenen ­
  Lage  vergrössert  abhilden  Messen  ,  stelle  man  sich  dieselbe
nicht  als  eine  gewöhnliche  Flosse  zum  Schwimmen  vor,  sondern,
wie  Fig.  b.  zeigt,  als  das  was  sie  ohne  Zweifel  ist:  nämlich  ein
Werkzeug  wie  an  Rochen  und  Hayen,  womit  sich  hei  der
Begattung  das  Männchen  an  den  Körper  des  Weibchens
anklammert.  Wir  sind  um  so  mehr  überzeugt,  dass  diese  Vermuthung
  hei  näherer  Beobachtung  der  Lebensweise  dieser  Fische,
sich  auch  durch  die  Erfahrung  bestätigen  werde,  da  nicht  nur  das
ganze  Aussehen  dieser  Flosse  an  die  bekannten  Appendiees  der
Männchen  unter  den  Selachiern  erinnert,  sondern  darum,  weil  auch
die  natürliche  Lage  der  Flossenstrahlen  eine  ganz  andere,  dem
Zwecke  des  Anklammerns  entsprechende  ist  und  nicht  die  gewöhnliche, ­
  wie  man  cs  in  Folge  der  vorhergehenden,  nach  einer  künstlichen ­
  Ausbreitung  der  Flosse  entworfenen  Beschreibung  vermuthen
könnte.  Die  Flossenstrahlen  liegen  nämlich  (Fig.  b),  obschon  sie
wie  immer  hinter  einander  eingelenkt  sind,  beinahe  wie  die  Blätter
eines  Frauenfächers  über  einander,  Der  zweite  Strahl  mit  dem  Haken
            
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