290
Heckei. Über eine
viereckige Mundöffnung aus; an Fundulus ist der Oberkiefer wie
gewöhnlich abgerundet, die Mundöffnung daher halbrund. Die beiden
Gattungen P o e c i 1 i a und M o 11 i e n i s i a unterscheiden sich endlich
durch die Stellung ihrer Bauch-und Afterflossen, welche bei ersterer,
wo die ßauchflossen in ihrer gewöhnlichen abdominalen Lage sind,
nichts Besonderes bieten, während an Mollienisia die Bauchflossen
(jedoch ohne mit dem Schultergürtel verbunden zu sein) viel weiter
vorn sitzen und die Analflosse dicht dahinter sich zwischen die Baucliflossen-Ba
sis einschiebt und vor der Körpermitte liegt.
Zunoch besserer Auffassung der nachfolgendenUntersclieidungsmerkmale
unserer neuen, mit Mollienisia zunächst verwandten Gattung
müssen wir auch, bei der einzigen bisher bekannten Species von
Mollienisia, auf den Umstand aufmerksam machen, dass sowohl nach
den Beschreibungen als Abbildungen vor Lesueur ') und Valenciennes 2 )
die kurze Analtlosse der Form nach nicht von einer gewöhnlichen
Analflosse abweicht, ausser dass Valenciennes an der Membranspitze
des zweiten Strahles ein kleines undurchbohrtes Knöpfchen
fand, dessen Deutung nicht möglich war; ferner dass die lange hohe
Rückenflosse schon über der Brustflossenbasis im Nacken anfängt.
Was nun die Aufstellung unserer neuen GattungXiphophorus
betrifft, so hoffen wir, durch die folgenden Beschreibungen und
genauen Abbildungen dreier dazu gehörigen, bisher unbekannten
Poecilien, welche besonders in ihrer Analflosse eine Eigenthümlicbkeit
darbieten, die man mit vollem Rechte unter Knochenfischen als eine
ausserordentliche, nicht zu ahnende Erscheinung betrachten
darf, bei allen Ichthyologen hinlänglich gerechtfertiget zu sein, dieselben
weder der Gattung Mollienisia, noch irgend einer anderen
beigezählt zu haben.
Alle drei Arten von Xyphophorus leben unter einander in einem
klaren Bache des Gebirges Orizaba in Mexico, und zwar in Gesellschaft
einer grösseren gleichfalls neuen, mit Poe eil ia s uri namens
is zunächst verwandten Art. Dort fand sie unser aufmerksamer
Reisender der k. k. Gartenbaugesellschaft, Karl Heller, und schickte
von jeder mehrere Exemplare an das Wiener Museum. Eines dieser
*) Journal of Ute Acud. of Natur. Sciences o( Philadelphia. Vol. II, Part. I.
Pag. 3, Plat 1JJ»
2 ) Cuvi er et Valenci en n e s, Hist. nat. des poissons. Tomei 8, Planche 527.