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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Fenzl.  Erklärung  der

dieser  Erscheinung  tritt  zugleich  eine  progressive  Missbildung  der,  die
Stelle  der  Staubblätter  einnehmenden,  blumenblattartigen  Appendicular-Organe
  an  ihren  Rändern  und  ihre  endliche  Umbildung  in
Laubblätter  auf,  die  sich  an  den  homologen  Hälften  der  letzteren  noch
in  Verschmelzung  der  Fiederabschnitte  und  coroliner  Färbung  kundgibt. ­
  In  so  ferne  nun  diese  Missbildung  darin,  dass  sie  in  unserem
Falle  constant  immer  nur  einenRand,  oder  wenn  beide,  einen  vorzugsweise ­
  stärker  als  den  anderen  trid'f,  einen  bestimmten  Gang  im  Auftreten ­
  und  Fortschreiten  einhält,  finde  ich  mich  veranlasst,  Fachmänner
zur  weiteren  Verfolgung  dieser  Erscheinung  an  ähnlichen  Monstrositäten ­
  und  an  anderen  Pflanzen  aufzufordern,  bei  welchen  solche
halbseitige  Umbildungen  in  andere  Organe,  wiez.  B.  bei  den  Cannaceen,
  Marantaceen  und  Verwandten  sogar  zur  Norm  gehören.  Dass
man  dadurch  zuletzt  zu  Aufschlüssen  über  bisher  anscheinend  zufällige
Störungen  in  der  Ästivation  der  Blüthentheile,  über  gewisse  Eigenthümlicbkeiten
  des  Antheren-Baues,  Fehlschlagen  ganzer  Keimknospen-Reihen
  im  Fruchtknoten  und  dergleichen  mehr  gelangen
dürfte,  hege  ich  keinen  Zweifel.
Bezüglich  unserer  beiden  Monstrositäten  will  ich  nur  bemerken,
dass  nach  sorgsamer  Berücksichtigung  aller  Verhältnisse,  welche
einen  bei  der  Ausmittlung  der  H  e  b  u  n  g  s-  und  S  e  n  k  u  n  g  s  s  e  i  t  e  n 1 )
eines  gleichseitig  gebildeten  Blattes  leiten  müssen,  ich  mich  nicht
getäuscht  zu  haben  glaube,  dass  die  Randverbildungen  am  Nagel  der
Petalen  daselbst  die  Hebungsseite,  die  halbseitigen  Verwandlungen ­
  der  Fiederabschnitte  der  über  diesen  entsprossenen  Laubblätter
zu  blumenblattähnlichen  Segmenten  ihre  Senkungsseite  treffen.
Nicht  unwahrscheinlich  ist  es  mir  desshalb,  dass  bei  so  überaus
häufigen  Rückbildungen  der  Staubfäden  der  Rosen  in  Blumenblätter
die  rudimentären  Antheren  auf  den  H  e  b  u  n  g  s  r  a  n  d  des  Blattes  fallen.
Erklärung,'  der  Abbildungen.
Taf.  VI,  Fig.  1.  Monstrosität  A,  von  Rosa  centifolia  L.—
Fig.  2.  Dieselbe  von  rückwärts  mit  der  Ansicht  des  Axengliedes
zwischen  Kelch  und  Blumenkrone.  —  Fig.  3.  Die  Axenfortsetzung,

*)  Sch  im  per,  Beschreib,  v.  Symphytum  Zeyheri,  p.  96.  —  Wycller  in
Schleiden  und  Nägel  is  Zeitschrift  f.  wiss.  Bot.,  H.  III,  p.  1,  5,  16.
            
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