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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Missbildung  einer  Rosenblüthe.

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homologen  Seiten  2  und  3,  das  zweite  beiderseits  3  Fiederabschnitte.
Sämmtliche  Abschnitte  waren  auf  sich  selbst  zusammengefaltet,  aussen
filzig,  innen  mehr  glatt,  ganzrandig  und  drüsig  gewimpert.  Ausgebreitet ­
  waren  die  des  untersten  Paares  verkehrt  eiförmig  oder  länglich, ­
  stumpf,  die  der  übrigen  länglich  lanzettlich  und  spitzig.  Kurze
Stipular-Zipfel  fehlten  keinem.  Auffallender  war  die  Beschaffenheit,
Färbung  und  Zusammenhang  der  homologen  Fiederabschnitte  des
ersten  Blattpaares  und  der  einen  Reihe  des  in  der  genetischen
Folge  ersten  Blattes  des  zweiten  Paares.  Alle  diese  Abschnitte
zeigten  ihrer  Textur  und  rosenrothen  Färbung  nach  einen  unverkennbaren ­
  Übergang  in  Blumenblätter;  auch  fand  zugleich  zwischen  dem
oberen  Rande  des  letzten  Fiederabschnittes  und  dem  anstossenden
des  Endabschnittes  des  ersten  Blattes  eine  bis  zu  3 / 4  ihrer  Länge
reichende  Verwachsung,  hei  jenen  des  zweiten  Blattes  ein  Übergreifen ­
  ihrer  Flächen  und  Verschmelzen  derselben  bis  zu  einem  */„
ihrer  Länge  vom  Grunde  an  Statt.  Vom  zweiten  Blattpaare  bildeten
sich  nur  die  zwei  unteren  und  die  daranstossende  Hälfte  des  dritten
Abschnittespetalenartig  aus,  ohne  unter  einander  weiter  zu  verwachsen.
Alle  Fiederabschnitte  der  anderen  homologen  Blatthälften  waren  grün
und  unter  sich  vollkommen  frei.
Aus  der  genauen  Schilderung  dieser  beiden  Missbildungen
ergibt  sich,  dass  durch  eine  abnorm  gesteigerte  Längsentwickelung
der  meisten  Axenglieder  ihrer  Blüthenknospe  die  Anlage  des  Fruchtgehäuses, ­
  sammt  allen  Fruchtblättern,  die  im  Normal-Zustande  innerhalb ­
  desselben  sich  hätten  bilden  sollen,  vollständig  aufgehoben
wurde;  wodurch  zugleich  factisch  der  Beweis  geliefert  ist,  dass  der
sogenannte  Fruchtknoten  der  Rose  keineswegs  aus  einer  seitlichen
Verschmelzung  der  Kelchblätter  imD  e  C  and  oll’sehen  Sinne  hervorgeht, ­
  sondern  wie  dies'Endlicher  und  Schleiden  bereits  ausgesprochen, ­
  ein  wahres,  aus  einer  Reihe  über  einander  stehender,
latenter,  anfänglich  scheiben-  und  später  krugartig  sich  gestaltender
Stengelglieder  hervorgegangenes  Axengebilde  vorstellt.  An  keinem
Punkte  der  verlängerten  Blüthenaxe  sehen  wir  ferner  die  normale
Hemmung  des  longitudinalen  Bildungstriches  entschiedener  ausgesprochen ­
  als  im  Kelchblätter-Wirtel,  während  sie  über  denselben
hinaus  nach  wiederholten  kleinen  und  unstäten  Oscillationen,  immer
schwächer  werdend,  höher  hinauf  von  der  ruckweise  zunehmenden
Längsentwickelung  der  Glieder  völlig  überflügelt  wird.  —  Parallel  mit
            
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