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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Missbildung  einer  Koseiibliithe.

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Über  den  Kelchblätter-Wirtel  des  Exemplares  Ai  erhob  sich
als  unmittelbare  Verlängerung  des  Blüthenstieles  ein  liniendickes,
rundes,  mit  Stacheldrüsen  besetztes,  s / 4 "  langes  Stengelglied,  das
sich  noch  über  die,  aus  15  Blumenblättern  bestehende,  1  Va"  im
Durchmesser  haltende  Blumenkrohe  als  ein  V"  langer  Terminal-Trieb
fortsetzte,  der  unter  seiner  Endknospe  ein  bereits  in  Fiederabschnitte
zertheiltes  wenig  entwickeltes  Blattpaar  zeigte.  Die  15  Blumenblätter ­
  selbst  waren  an  einem  4"'  langen  Zwischengiiede  in  der
Art  spiralig  gereiht,  dass  die  untersten  5  in  fast  regelmässigen  Abständen ­
  von  ungefähr  1  %  Linie  mit  den  Kelchwirbelblättern  alternirten,
  während  die  übrigen  10,  nur  nach  4  Seiten  des  fünftheiligen ­
  Kreises  an  dem  Axengliede  über  einander  geschichtet,  eine
zwischen  das  erste  und  vierte  Blumenblatt  des  ersten  Cyclus  fallende
Fläche  an  demselben  frei  Hessen,  welche  Fläche  dicht  mit  kurzen
Drüsenborsten  bedeckt  war,  während  die  kleinen  Interstitien  zwischen
den  Petalen  nackt  blieben,  der  Terminal-Trieb  hingegen  mit  dichterm
Filze  überzogen  erschien.  Von  den  beiden  3'"  langen  Blättchen  des
letzteren  zeigte  das  eine  4,  das  andere  5  linienförmig  zusammengefaltete
  Fiederabsehnitte  nebst  dem  ungepaarten  endständigen.  —
Die  zehn  unteren  Blumenblätter  waren  vollkommen  normal
gebildet,  die  fünf  obersten  und  zugleich  innersten  kleineren  etwas
missbildet;  insoferne  nämlich  ihre  Hälften  ungleich  breit  entwickelt
blieben,  und  die  schmälere  über  dem  Nagel  verkürzt,  amRande  wollig,
bei  zweien  zugleich  drüsig  behaart,  bei  einem  sogar  in  2  linienförmige ­
  krautartige  drüsig-wollige  Fiederschnittchen  zertheilt,  am  verdickten ­
  zottigen  Nagel  als  feiner  Saum  herablief.  VonAntheren«
Rudimenten,  die  man  an  gefüllten  Rosen  sonst  so  häufig  trifft,  so
wenig  eine  Spur  als  von  missbildeten  Carpellen.
Interessanter  erscheint,  der  vollkommneren  Entwicklung  der  Axentheile
  und  ihrer  appendiculären  Organe  wegen,  die  Missbildung  B.
Bei  dieser  folgt  im  Gegensätze  zu  A,  unmittelbar  auf  den  Kelchblätter-Wirtcl
  der  10-gliedrig  ausgebildete  Doppelwirtel  einer  über  2"  im
Durchmesser  haltenden  Blumenkrone,  und  über  demselben,  an  einer
centralen  2"  4"'  langen,  am  Grunde  2dicken,  glatten  Axenverlängerung
  in  einem  Abstande  von  1"  ein  zweiter  fünfgliederiger
Cyclus  ungleich  auseinander  gerückter  Blumenblätter  mit  verkümmernden ­
  Axillarknospen,  über  welchen  hinaus  an  diesem  mit  Stachelborsten ­
  besetzten  Terminaltriehe  noch  3  liederspaltige  Laubblattpaare
            
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