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H a i d i n g e r.
vorstellt, während sich zwischen beiden eine gleichsam indifferente
Luftschichte befindet, welche die Stelle der Glaswand der Flasche
vertritt. Weiter fortgesetzte Beobachtungen an Telegraphen werden
hierüber hoffentlich mehr Licht verbreiten.
Herr Bergrath Haidinger trägt nachstehende Mittheilung
vor: Über den A n t i g o r i t.
Die Quelle sämmtlicher in den mineralogischen Werken enthaltenen
Angaben über den Antigorit ist die Abhandlung Herrn
Eduard Schweizers, 1 ) dem Herr David Friedrich Wiser in
Zürich das Material zur chemischen Analyse aus seiner schönen
Sammlung mitgetheilt hatte. Herr Wiser hatte seihst die mineralogische
Charakteristik entworfen, die Löthrohrversuehe angestellt,
die Nachrichten des Bauers, von dem er das fünf Zoll lange, zwei
Zoll und zwei Linien dicke Stück erkaufte, über das Vorkommen im
Antigoriothale, mitgetheilt, und Herr Schweizer hatte die chemische
Analyse vollendet. Nach den Angaben, welche daselbst verzeichnet
sind, betrachtete ich den Antigorit als ein dünnschiefriges Mineral,
dessen Mischung der des Serpentins so sehr genähert ist, der Ansicht
des Verfassers und aller Mineralogen beipflichtend, und stellte ihn
in die Ordnung der Steatite. 2 ) Herrn Wiser's zuvorkommende Güte,
der von Herrn v. Morlot veranlasst, durch Herrn Wer dmüller
von Elgg mir eine Platte des merkwürdigen Minerals freundlichst
übersandte, verdanke ich die Gelegenheit, einige Eigenschaften
desselben näher prüfen zu können, die in mehr als einer Beziehung
nicht ohne Wichtigkeit sind.
Ich war gerade mit der Frage beschäftigt, wie man es anfangen
sollte, künstlich ein dem natürlich vorkommenden Dichroismus ähnliches
Verhältniss hervorzubringen. Fresnel hatte durch Druck in
amorphem Glase wahre doppelte Strahlenbrechung hervorgebracht.
Gewiss findet eine grosse Verschiedenheit der Spannung in der
Richtung der Glimmer- oder Chloritblättchen und senkrecht darauf
*) Poggendorff’s Annalen. 1840. Bd. XUX. S. 595.
2 ) Handbuch S. 516.