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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

auf  magnetische  Telegraphen.

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sehen  Erseheinungen  überhaupt  eine  viel  grössere  Rolle  spielen,
als  auf  der  nördlichen,  wurde  sehr  oft  zur  Zeit,  als  noch  der
Nachtdienst  nicht  eingeführt  war,  und  man  die  Indicatorkästen
allenthalben  über  Nacht  gesperrt  hatte,  am  Morgen  der  Magnetismus ­
  der  Nadeln  völlig  zerstört  gefunden  und  doch  war  nicht  daran
zu  denken,  dass  dieses  durch  absichtlich  erzeugte  künstliche  Ströme
bewirkt  worden  sei.
Schon  beim  Einziehen  der  Leitungsdräthe  auf  der  nördlichen
Linie  klagten  die  Arbeiter  häufig  über  einen  Krampf,  den  sie  beim
Anfassen  der  Drätlie  zu  fühlen  vorgaben,  in  der  höher  gelegenen
Steiermark  kam  man  aber  bald  zu  der  Überzeugung,  dass  dieser
Krampf  von  elektrischen  Entladungen  herrühre;  sie  unterblieben  auch,
als  man  die  Drätlie  nicht  mehr  mit  blossen  Händen  anfasste.  Einer  der
Arbeiter,  Namens  Hell,  erhielt  bei  Kranichfeld  in  Steiermark  einen
so  starken  Schlag,  dass  er  zusammen  sank,  und  den  rechten  Arm
nicht  bewegen  konnte.  Der  Unterinspector  Schnirch,  der  diesen
Erscheinungen  eine  besondere  Aufmerksamkeit  widmete  und  die
Beobachtungen  auf  der  südlichen  Linie  leitete,  erzählte,  dass  er  öfter
beim  Auslösen  der  Drätlie,  das  man  wegen  eines  sich  nähernden
Gewitters  für  nötliig  hielt,  mehr  oder  weniger  heftige  Stösse
empfunden  habe.  Namentlich  berichtete  er  mir,  dass  er  einmal,  als
er  einen  Indicator  an  den  Apparatkasten  anschrauben  wollte,  und
zufällig  die  beiden  Leitungsdräthe  berührte,  einen  Schlag  in  den
Händen  empfunden  habe,  der  bis  in  die  Armgelenke  reichte.
Es  ist  leicht  einzusehen,  dass  die  Wirkungen  der  Elektricität
auf  Telegraphen  am  stärksten  ausfallen  müssen,  wenn  ein  Gewitter
am  Himmel  steht,  oder  im  Ausbruche  begriffen  ist.  Diese  Wirkungen
sind  in  der  That  oft  von  solcher  Stärke,  dass  sie  zerstörend  auf
einzelne  Theile  der  Apparate  wirken,  und  dem  Personale  gefährlich
werden.  Man  musste  darum  gleich  Anfangs  darauf  bedacht  sein,  diese
Wirkungen  dadurch  unschädlich  zu  machen,  dass  man  den  Strom
der  natürlichen  Elektricität  längs  der  Leitungsträger  in  die  Erde
abzuleiten  suchte.  Zu  diesem  Ende  wurde  längs  bestimmten  Tragsäulen ­
  ein  Dratli  befestigt,  der  mit  seinem  untern  Ende  in  die  Erde
reichte,  mit  dem  oberen  aber  dem  telegraphischen  Leitungsdräthe
an  der  Stelle  gegenüber  stand,  wo  dieser  den  Isolator  verlassen
hatte,  und  darum  keiner  Schwankung  unterlag,  so  dass  der  Abstand
beider  nur  */ a  —  1  L.  betrug.
Sitzb.  d.  matliem.-naturw.  CI.  I.  Bd.

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