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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Baumgartner.  Wirkung  der  Luftelektricität

gewissennassen  nur  den  von  Ampere  zur  Begründung  seines
Theorems  betretenen  Weg  in  umgekehrter  Richtung  zu  verfolgen
braucht,  was  jedoch,  da  dadurch  kein  neues  Ergebniss  gewonnen
wird,  hier  angedeutet  zu  haben  genügt.

SITZUNG  VOM  20.  JULI  1848.
Der  Präsident  der  Classe,  Herr  Dr.  A.  Baumgartner,  hält  folgenden ­
  Vortrag:  Über  die  Wirkungen  der  natürlichen
Elektricität  auf  elektro-magnetische  Telegraphen.
Die  Elektricität  war  lange  Zeit  nur  als  zerstörende  Kraft  gefürchtet
und  man  dachte  nicht  daran,  von  ihr  Nutzen  zu  ziehen.  Als  Franklin
der  Luftelektricität  den  Weg  vom  Himmel  zur  Erde  vorzeichnete,
hatte  er  nur  im  Auge,  eine  Defensivanstalt  gegen  Blitzschaden  zu
errichten.  In  unserer  nach  materiellen  Vortheilen  aller  Art  ringenden
Zeit,  wo  die  Wärme  Wägen  zieht  und  Schiffe  treibt,  wo  das  Licht
zeichnet  und  mahlt,  musste  auch  die  Elektricität  eine  industrielle  Function ­
  übernehmen,  und  in  der  That  verrichtet  sie  die  Dienste  eines
Graveurs  und  Schriftstechers,  ja  sie  muss  sprechen,  schreiben  und
drucken,  und  unsere  Gedanken  im  wörtlichen  Sinne  mitBlitzesschnelle
in  einem  in  der  Luft  gespannten  isolirten  Dratlie  in  weite  Fernen
tragen,  d.  h.  telegraphiren.  Diese  Elektricität  wird  künstlich  hervorgerufen, ­
  allein  man  kann  nicht  verhüten,  dass  sich  die  natürliche
Elektricität  desselben  Canals  bediene,  und  so  kommt  es,  dass  sich
oft  ein  Strom  natürlicher  Elektricität  in  unsere  telegraphische  Correspondenz
  mischt,  uns  ins  Wort  fällt  und  unsere  Sprache  undeutlich
macht,  ja  sogar  bei  seiner  unverhältnissmässigen  Stärke  die  telegraphische ­
  Leitung  beschädiget  oder  zerstört,  und  die  Sprachapparate
zum  ferneren  Dienste  untauglich  macht.
So  misslich  aber  auch  solche  Einwirkungen  für  unsere  telegraphischen ­
  Zwecke  sind,  so  kann  doch  die  Wissenschaft  davon  Nutzen
ziehen.  Darum  habe  ich  die  an  unseren  ausgedehnten  telegraphischen
Einrichtungen  bemerkten  Wirkungen  der  natürlichen  Elektricität
gesammelt,  und  theile  sie  hier  in  Kürze  mit.
Es  ist  längst  bekannt,  dass  sich  nicht  bloss  zur  Zeit,  wo  sich
ein  Gewitter  ausbildet,  oder  zum  Ausbruch  kommt,  Elektricität  in  der
            
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