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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

von  Chiapas.

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Das  grösste  Hinderniss  für  den  Handel  liegt  in  dem  fast  absoluten ­
  Mangel  von  Wegen  und  der  grenzenlos  schlechten  Beschaffenheit ­
  der  wenigen  vorhandenen,  so  dass  aller  Import-  und
Export-Handel  nur  auf  dem  breiten  Rücken  der  Zoqrue-Indianer
betrieben  werden  kann.  Sowie  die  Industrie,  so  stehen  auch  Bildung, ­
  Künste  und  Wissenschaften  daselbst  auf  sehr  niederer  Stufe,
noch  tiefer  aber  ist  durch  die  Sorglosigkeit  der  Geistlichkeit  Chiapas
die  Moralität  seiner  Einwohner  herabgekommen,  und  erstaunt,  aber
auch  vergebens  fragt  man  nach  den  weisen  Anordnungen  des  edlen
Las  Casus.
An  die  Stelle  der  Idolatrie  der  Ureinwohner  ist  eine  neue
Religion  getreten,  die  sieh  auf  die  Namenskenntniss  einiger  Heiligen
beschränkt  und  ein  seltsames  Gemisch  aus  altem  Aberglauben,
Ketzerei  und  Katholicismus  bildet.  —  Der  ganze  Staat  besitzt  nicht
mehr  als  15  Schulen,  und  diese  in  einem  über  alle  Begriffe  kläglichen
Zustande.
Städte:  1.  San  Cr  ist  oval,  Hauptstadt  des  Landes,  im  Jahre
1528  von  DiegoMazeriego  unter  dem  Namen  Villa  real  gegründet,
veränderte  ihn  im  Jahre  152t)  in  Vitia  viciosa,  anno  1531  in  San
Cristoval,  anno  1536  in  Ciudad  real  und  behielt  den.  letzteren  bis
1829,  in  welchem  Jahre  der  mexicanische  Congress  ihr  den  ältern
Namen  Ciudad  de  San  Cristoval  wieder  gab;  zählt  6,912  Einwohner, ­
  besitzt  mehrere  Schulen,  ist  der  Sitz  der  Regierung  und
eines  Bischofes.
2.  Comitlan,  20  Leguas  südöstlich  von  San  Cristoval,  mit
5,056  Einwohnern  und  bedeutenden  Alterthiimern  in  der  Umgebung.
3.  Tapachula  in  Soconuseo  ,  123  Leguas  südwestlich  von
San  Cristoval  und  8  Leguas  vom  stillen  Ocean  entfernt,  mit  3,605
Einwohnern.
4.  Tuxtla,  16  Leguas  westlich  von  der  Hauptstadt  mit  4,568
Einwohnern.
Die  merkwürdigsten  Ortschaften  sind:  Chamula,  6  Leguas
südöstlich  von  San  Cristoval  mit  824  Einwohnern  und  alten  Ruinen:
Chidpa,  14  Leguas  von  San  Cristoval  und  8  Leguas  von  Tuxtla
mit  2,826  Einwohnern,  der  erste  von  Spaniern  im  Lande  gegründete
Ort  (1527):  Huistan,  6  Leguas  ös11  ich  von  San  Cristoval,  mit
2,054  Einwohnern  und  einer  alten  Pyramide:  Ocosucoautla,  22
Leguas  südwestlich  von  San  Cristoval  mit  1,345  Einwohnern,  und
            
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