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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

von  Chiäpas.

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Der  letzte  Stamm  einwandernder  Indianer  endlich  waren  die
Aztecas,  welche  im  Jahre  1160  ihr  Vaterland  Aztlan  in  Nord-Californien
  verlassend,  nach  einer  36  Jahre  dauernden  Wanderung
über  Toluca  her  in  Analiuac  eindrangen.  Sie  Hessen  sieh  zuerst
in  Tula  (1196),  später  (1216)  in  Tzompango  und  endlich  (1245)
in  Chapoltepec  nieder,  wo  sie  zeitweise  unter  dem  Joche  der
Könige  von  Tezcüco  in  grossem  Elende  lebten.  Nachdem  sie  aber
später  ihre  vollkommene  Freiheit  sich  erkämpft,  übersiedelten  sie
nach  ltztacalco  und  gründeten  im  Jahre  1326  auf  einer  kleinen
Insel  des  Sees  Tezcüco  die  Stadt  Tenochtitlan  (das  heutige
Mexico),  die  sich  bald  zur  Hauptstadt  eines  mächtigen  und  grossen
Reiches  erhob.  Unabhängig  von  der  ^ste&en-Herrschaft  erhielten  sich
bloss  die  Tarascos  oder  Michuacanos,  die  Könige  von  Tezcüco,
die  Tlascaltecas  und  Onahualcos,  obgleich  einige  derselben  an  die
mexicanischen  Kaiser  Tribut  zahlten.  Die  Namen  der  aztekischen
Regenten  sind:  Akamapitzin  (regierend  von  1352  ■—  89)  Huitzilihuitl
  (regierend  von  1389  —  1410),  Chimalpopoca  (regierend
von  1410  —  26),  Izcohuatl  (regierend  von  1426  —  36),  Huhue
(der  alte)  Mocteuzoma  (regierend  von  1436  —  64),  Axayacatl
(regierend  von  1464  —1477),  Tizoc  (regierend  von  1477—82),
Ahuitzotl  (regierend  von  1482  —1502)  Mocteuzoma  Xocoyotzin
(der  unglückliche,  regierend  von  1502  —  1520),  Cliuitlahuiatzin
(regierend  1520,  3  Monate  desselben  Jahres)  und  Cuahutemotzin
im  selben  Jahre.  Die  berühmtesten  der  ersteren  dieser  Herrscher
waren  Huitzilihuitl,  der  die  Macht  seines  Volkes  begründete,
Izcohuatl  und  Ahuitzotl,  welche  sie  über  zehn  Staaten  ausdehnten.
Unter  der  Regierung  des  letzteren  fiel  der  Staat  Chiäpas
durch  seinen  Feldherrn  Tlitototel  in  die  Hände  Mexicos  und  blieb
dessen  Herrschern  bis  zur  Auflösung  dieses  Reiches  (1521)  unterthan.
Die  Unterjochungs-  und  beständigen  Parteikriege  der  einzelnen
Stämme  unter  sich  scheinen  Chiäpas,  ein  gebirgiges  Land  mit
verschiedenen  Indianerstämmen,  meist  Reste  gesprengter  und  flüchtiger ­
  Heereshaufen,  bevölkert  zu  haben,  und  nur  die  Zotziles
können  als  Abkömmlinge  der  alten  Tultecas  noch  theilweise  nachgewiesen ­
  werden.  Sie  zeichnen  sich  jetzt  noch  durch  einen  dominirenden,
  aber  milden  Charakter,  grosse  Geschicklichkeit  und  Fähigkeit ­
  in  Erlernung  neuerer  Künste  aus.  Selbst  ihre  Sprache,  die
Zotzil,  ein  Dialekt  oder  eine  Ausartung  der  Ma/a-Sprache,  die
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