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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

von  Chiäpas.

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und  Mool  grosse  Ähnlichkeit  haben,  und  obgleich  Yucatan  später
bevölkert  wurde,  auf  gleiche  Abstammung  hindeuten.
Alle  diese,  in  der  Geschichte  der  ersten  Bewohner  eine  so
grosse  Rolle  spielenden  Männer,  wurden  von  den  Indianern  in  Idolen
aus  Stein  und  Thon  geformt,  verehrt  und  solche  seihst  noch  lange
nach  der  Eroberung  Mexicos  durch  die  Spanier  von  äenC/iapanecos
in  dem  Dorfe  Huehuetlan  (Land  der  Alten)  im  Distriete  Soconusco
(Joconocho  der  Mexicaner),  unter  Aufsicht  einer  alten  Indianerin
in  einer  Grotte  bewahrt,  bis  Bischof  Nunnez  de  la  Vega  auf  einer
Diöcesan-Visite  im  Jahre  1691  deren  Aufbewahrungsort  entdeckte
und  sie  sammt  und  sonders  nebst  wichtigen  Documenten  und
Malereien  auf  Magueypapier  (Agavepapier)  öffentlich  zerschlagen
und  verbrennen,  zugleich  aber  auch  alle  ihm  als  Abkömmlinge  der
20  Stammväter  bezeiclmete  Personen  den  Inquisitions  -  Gesetzen
gemäss  in  die  Klosterkerker  abführen  Hess.
Trotz  alles  dieses  gegen  die  Idolatrie  gerichteten  Wüthens,
wobei  eine  Masse  des  unschätzbarsten  Materiales  für  spätere  geschichtliche ­
  Forschung  spurlos  zu  Grunde  ging,  erhielten  sich  noch
immer  alte,  auf  sie  basirte  Gebräuche.  Bedienen  sich  denn  doch  zur
Stunde  noch  die  Chapanecas  einer,  ihrem  alten  Kalender  ähnlichen
Jahreseintheilung  von  18  Monaten,  je  zu  20  Tagen,  welchen  sie  auf
die  Jahreszeit  und  bestimmte  Arbeiten  sich  beziehende  Namen  beilegen, ­
  fort  und  fort.  Unter  den  verschiedenen  Meinungen  über  die
Gegend,  von  der  aus  die  ersten  Bevölkerungen  Central-Amerikas
Chiäpas  und  Soconuscos  gekommen  sein  mögen,  ist  jene  die  wahrscheinlichste, ­
  die  die  Einwanderung  von  Norden  aus  stattfinden  lässt.
Ein  Manuscript  von  Quixte  nennt  den  Stammvater  der  Quelenes
  (älterer  Name  der  Zotzilcs)  Nemaquiche,  als  einen  der  drei
Brüder  des  fünften  Iläuptlinges  der  Tultecas,  der  sie  in  Folge  eines
Orakelspruches  in  grosser  Menge  nach  Central-Amerika  führte.  Eine
Sage,  die  ihre  historische  Begründung  in  der  Thatsache  finden  dürfte,
dass,  wie  dies  die  Untersuchungen  über  die  alte  Bevölkerung
Mexicos  lehren,  es  die  Tultecas  waren,  welche  zuerst  von  diesem
Lande  Besitz  ergriffen.
Sie  kamen  wahrscheinlich  von  den  Ufern  des  Missisippi  und
Ohio,  wo  sich  noch  grosse  Mauerwerke  vorfinden,  die  weder  den
Natches  noch  den  Irokesen  zugeschrieben  werden  können,  nach
Analiuac  (Mexico)  herab,  wohin  sie  auch  ihre  Künste  verpflanzten,
Sitzb.  d.  mathem.-naturw.  CI.  I.  Bd.  17
            
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