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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Staat  Tabasco.

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In  demselben  Masse,  als  das  Pflanzenreich  hier  seine  Schätze
entfaltet,  bevölkert  auch  das  Thierreich  diese  nur  wenig  betretenen
Wälder.  In  jeder  Spalte  entdeckt  man  der  Ameise,  der  Wespe  und
der  Vögel  künstliche  Bauten,  an  den  luftigen  Asten  der  Bienen  honigreiches ­
  Zellenhaus,  in  hohlen  Bäumen  und  unter  der  Erde  den  Käfer,
zwischen  den  Blumen  gaukelt  der  Mücken  Heer,  und  am  Boden  unter
Blättern  birgt  sich  der  Schlangen  reiches  Geschlecht.
Zahllose  Vögel  erfüllen  mit  Gesang  die  Lüfte,  und  stören  die
majestätische  Ruhe  des  Urwaldes.  Entzückt  lauscht  man  dem  Schlage
desZinzantli  (Turdus  polyglotta),  dem  Meister  der  Sänger,
während  geschäftig  der  Baumhäcker  an  der  Rinde  hämmert,  um  den
verborgenen  Wurm  herauszuholen.
Der  Alfen  drolliges  Geschlecht  bewirft  muthwillig  den  Späher
mit  Früchten  und  Zweigen  und  mengt  sein  Zettergeschrei  mit  dem
der  buntgeliederten  Arasc  und  Papageien.  Auch  der  Cuguar  und  die
Unze  fehlen  nicht,  ja  sie  sind  so  häufig  und  dreist,  dass  sie  sich  oft
den  Wohnungen  des  Menschen  nähern,  um  von  da  ein  Hausthier  wegzuholen. ­
  Kaimane  bevölkern  die  Gewässer,  wo  sie  still  dahinfliessen,
niedliche  Fische,  wo  sie  in  höheren  Gegenden  brausend  über  Steinmassen ­
  hinwegstürzen  und  der  Tapir  langsamen  Schrittes  einherwandelt. ­
  Bei  dieser  Fülle  von  Leben,  Üppigkeit  und  Reichthum  seiner
Schöpfung  könnte  man  sich  versucht  fühlen,  Tabasco  für  das  glücklichste ­
  Land  unter  den  Tropen  zu  halten,  erinnerte  nicht  die  spärliche
Bevölkerung  und  das  fahle  krankhafte  Aussehen  seiner  Bewohner  an
das  menschenfeindliche  Klima,  das  der  Erforschung  und  Urbarmachung
dieses  Niederlandes  gleich  hindernd  in  den  Weg  tritt.  Denn  leider  ist
dasselbe,  den  District  Teapa  am  Fusse  der  Gebirge  Chiapas  ausgenommen, ­
  eines  der  ungesundesten  der  mexicanischen  Republik.  Tritt
gleich  das  Vorrdto  (gelbe  Fieber),  bisher  nur  selten  an  dieser  Küste
auf,  so  leidet  doch  die  Bevölkerung  des  ganzen  Staates  stets  an  intermittirenden
  und  remittirenden  Fiebern,  die  schnell  inFaul-und  typhöse
Fieber  Umschlägen.  In  den  Niederungen,  wie  z.  B.  in  San  Juan
Buutistu,  der  Hauptstadt  der  Provinz,  erzeugt  die  grosse  Feuchtigkeit ­
  und  Wärme  so  bösartige  Miasmen,  dass  erst  kürzlich  von  zwölf
Europäern  zehn  rasch  nach  einander  starben,  und  viele  oft  schon  nach
zwei  und  drei  Tagen  dem  Klima  als  Opfer  fallen.  Selbst  die  Eingebornen
  und  Aklimatisirten  haben  daselbst  ein  auffallend  fahles,  ungesundes ­
  Aussehen,  was  auf  den  Reisenden  einen  sehr  peinlichen  Eindruck
            
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