Staat Tabasco.
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In demselben Masse, als das Pflanzenreich hier seine Schätze
entfaltet, bevölkert auch das Thierreich diese nur wenig betretenen
Wälder. In jeder Spalte entdeckt man der Ameise, der Wespe und
der Vögel künstliche Bauten, an den luftigen Asten der Bienen honigreiches
Zellenhaus, in hohlen Bäumen und unter der Erde den Käfer,
zwischen den Blumen gaukelt der Mücken Heer, und am Boden unter
Blättern birgt sich der Schlangen reiches Geschlecht.
Zahllose Vögel erfüllen mit Gesang die Lüfte, und stören die
majestätische Ruhe des Urwaldes. Entzückt lauscht man dem Schlage
desZinzantli (Turdus polyglotta), dem Meister der Sänger,
während geschäftig der Baumhäcker an der Rinde hämmert, um den
verborgenen Wurm herauszuholen.
Der Alfen drolliges Geschlecht bewirft muthwillig den Späher
mit Früchten und Zweigen und mengt sein Zettergeschrei mit dem
der buntgeliederten Arasc und Papageien. Auch der Cuguar und die
Unze fehlen nicht, ja sie sind so häufig und dreist, dass sie sich oft
den Wohnungen des Menschen nähern, um von da ein Hausthier wegzuholen.
Kaimane bevölkern die Gewässer, wo sie still dahinfliessen,
niedliche Fische, wo sie in höheren Gegenden brausend über Steinmassen
hinwegstürzen und der Tapir langsamen Schrittes einherwandelt.
Bei dieser Fülle von Leben, Üppigkeit und Reichthum seiner
Schöpfung könnte man sich versucht fühlen, Tabasco für das glücklichste
Land unter den Tropen zu halten, erinnerte nicht die spärliche
Bevölkerung und das fahle krankhafte Aussehen seiner Bewohner an
das menschenfeindliche Klima, das der Erforschung und Urbarmachung
dieses Niederlandes gleich hindernd in den Weg tritt. Denn leider ist
dasselbe, den District Teapa am Fusse der Gebirge Chiapas ausgenommen,
eines der ungesundesten der mexicanischen Republik. Tritt
gleich das Vorrdto (gelbe Fieber), bisher nur selten an dieser Küste
auf, so leidet doch die Bevölkerung des ganzen Staates stets an intermittirenden
und remittirenden Fiebern, die schnell inFaul-und typhöse
Fieber Umschlägen. In den Niederungen, wie z. B. in San Juan
Buutistu, der Hauptstadt der Provinz, erzeugt die grosse Feuchtigkeit
und Wärme so bösartige Miasmen, dass erst kürzlich von zwölf
Europäern zehn rasch nach einander starben, und viele oft schon nach
zwei und drei Tagen dem Klima als Opfer fallen. Selbst die Eingebornen
und Aklimatisirten haben daselbst ein auffallend fahles, ungesundes
Aussehen, was auf den Reisenden einen sehr peinlichen Eindruck