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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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K.  Heller.  Überden

pkora  Mangle  mit  Ficus-Arten  gemischt  und  mit  zahlreichen  Loranthaceen
  und  Lianen  besetzt,  bedecken  die  niederen  meist  überschwemmten ­
  Theile  des  Staates  und  bilden  theilweise  ganz  undurchdringliche ­
  Dickichte.  Massen  von  Bambusen,  Cyperaceen  und  eine
Art  verwilderten  5  bis  6'hohen  Zuckerrohres,  Canna  brava.  genannt,
schmücken  die  Ufer  der  Flüsse.  Hier  trifft  man  auch  häufig  eine  schöne
Salix-Art,  selten  aber  Orchideen  und  Bromeliaceen,  welchen  das
allzu  feuchte  Klima  nicht  zuzusagen  scheint.  Diese  Gegenden  sind  der
Aufenthaltsort  einer  unglaublichen  Anzahl  von  Sumpf-  und  Seevögel,
welche  in  Massen  die  Bäume  bevölkern  und  rauschend  über  den  sich
annähernden  Reisenden  hinwegziehen.  Man  befindet  sich  da  in  einer
wilden  weiten  Einöde,  in  einem  verzauberten  Lande,  in  dem  man
scheinbar  schwimmende  Wälder  und  Wiesen  in  einem  kleinen  Kahne
durchschneidet.
Gelangt  man  weiter  ins  Innere  des  bereits  über  das  Niveau  der
Flüsse  sieb  erhebenden  Landes,  so  wird  die  Vegetation  immer  reicher
und  mannigfaltiger,  entfaltet  sich  aber  in  vollster  Pracht  und  Herrt

lichkeit  erst  am  Fusse  der  Gebirge  Chiapds  auf  einer  Höbe  von
2  bis  300'  über  der  Meeresfläche.  Betritt  man  da  nun  jene  Wälder,
in  welchen  man  sich  mühsam  durch  unzählige  Lianen  und  allenthalben ­
  herabhängende  Luftwurzeln  einen  Pfad  mit  dem  Beile  in  der
Hand  gebahnt,  so  befindet  man  sieb  wahrhaft  in.  einem  Pflanzenmeere
begraben.  Ein  Bangen  erfasst  unwillkürlich  im  ersten  Augenblicke
des  Eindringens  in  diese  keuschen  Urwälder;  Riesenbäume  aus  der
Familie  der  Mimoseen,  Moreen,  Sapoteen,  Terebintliaceen,  Laurineen, ­
  Myrtaccen,  Anonaceen,  Euphorbiacecn  und  Byttneriaceen
  bilden  ein  durch  ihre  lang  und  weit  verzweigten  Äste  im  blauen
Äther  sich  wiegendes  undurchdringliches  Laubdach.  Lianen  aus  der
Familie  der  Malphigiaceen,  Sapindaceen,  Cucurbitaceen,  Asclepiadeen,
  Bignonia.ceen,  Ampelideen,  Sinilaceen,Convolvulaceen  und
Passißoreen  umgürten  tausendfach  ihre  Stämme  und  Zweige,  und
verschlingen  sich  zu  einem  nur  schwer  zu  verletzenden  Netze.  Mächtige ­
  Dracontien  u  n  d  Po  th  o  s-A  rle  n,  Br  orn  e  I  i  ac  ee  n,  Orchideen,  Piperaceen
  und  Farrenkräuter,  Moose  und  Flechten  füllen  die  noch  leeren
Räumein  den  rissigen  Baumstämmen  aus,  deren  Unterholz  aus  Scitamineen,
  Palmen,  Cycadeen,  Bixineen,  Malvaceen,  Solaneen,  Euphorbiaceen,
  Piperaceen  ,  Farren  und  Gräsern  bestehend,  den
Boden  allenthalben  bedeckt,  und  den  Blicken  völlig  entzieht.
            
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