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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

oxalsauren  Chromoxydkaliß.

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sehen  Chrysoberylls,  v.  Wörth’s  Alexandrit,  der  glänzende  Trichroismus
  herausgestellt  hatte  *)  und  zwar  mit  Farben,  die  auch  bei
anderen  Chromverbindungen  ganz  eigentluimliche  Erscheinungen
erwarten  Hessen.  Eine  der  Farben  des  Alexandrits  stimmte  aber  ganz
mit  der  Farbe  der  Auflösungen  von  Chromalaun  oder  Chromchlorür
in  der  Eigenschaft  überein,  dass  sie  in  dünnen  Lagen  seladongrün,  in
dicken  Lagen  colombinroth  ist,  und  auf  diese  Art  seihst  durchsichtige
Mittel  von  derjenigen  Classe  hervorbringt,  welche  Herschel 2 )
dichromatische  genannt  hat.  Es  finden  nämlich  bei  dergleichen
Mitteln  ztvei  Maxima  des  Lichtdurchganges  Statt,  wie  bei  den
blauen  Kobaltgläsern.  Auch  jene  Chromlösungen,  wenn  man  durch
sie  hierdurch  etwa  das  durch  ein  Prisma  hervorgebrachte  Bild
einer  Lichtlinie  betrachtet,  zeigen  sehr  schön  abgesondert  ein
grünes  und  ein  rothes  Bild.  Ich  hatte  später  mehrfach  Gelegenheit,
Herrn  Dr.  Schneider,  Assistenten  des  chemischen  Lehrfaches  an
der  k.  k.  Universität,  für  die  freundliche  Mittheilung  interessanter
Krystalle  dankbar  zu  sein.  Auch  Gregory’s  Chromoxydsalz  verdanke
ich  seiner  zuvorkommenden  Gefälligkeit.
Über  das  Salz  selbst  und  verwandte  Verbindungen  sind
chemische  Untersuchungen  mehrfältig  angestellt  worden,  von  Gregory, ­
  Graham,  Mitscherlich,  Croft,  Berlin,  Malaguti,
Warrington,  Bussy 3 ).  Dabei  findet  sich  als  Farbe  des  oxalsauren ­
  Chromoxydkali  angegeben:  „Die  Krystalle  sind  schwarz  und
glänzend,  aber  an  dünnen  Kanten  sind  sie  im  Durchsehen  blau” 4 ).
Als  ich  ganz  feine,  nadelförmige  Krystalle,  die  in  gewöhnlichem  Lichte
schön  dunkelblau  erscheinen,  durch  die  dichroskopische  Loupe  untersuchte, ­
  zeigte  sich  ein  ausserordentlich  schöner  Gegensatz  der  zwei
im  ordinären  und  extraordinären  Bilde  erscheinenden  Farben.  Bei
senkrechter  Stellung  der  Prismen  war  das  obere  ordinäre  Bild  grün,
das  untere  extraordinäre  blau,  und  zwar  das  Blau  des  unteren  etwas
heller  als  das  Grün  des  oberen,  so  dass  der  Gesammteindruck  im
gewöhnlichen  Lichte  auch  Blau  hervorbringen  muss.

*)  Über  den  Pleochroismus  des  Chrysoberylls.  Berichte  über  die  Mittheilungen
u.  s.  -iv.  Bd.  II,  S.  440.
®)  Vom  Licht.  Übersetzt  von  Schmidt.  S.  251.
5 )  Berzelius  Lehrbuch.  V.  Aufl.,  Bd.  III,  S.  1087.  L.  G  m  ei  in,  Handbuch  der
organischen  Chemie.  4.  Aull.  1848,  S.  840.
4 )  S.  1088.

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