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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Haidinger.  Pseudomorpliosen  des  FeUlspathes.

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Herr  Bergrath  Haitlinger  hielt  nachstehenden  Vortrag  über
Pseudomorpliosen  von  Feldspathen.
Der  Gegenstand,  welchen  icli  heute  der  Aufmerksamkeit  der
hochverehrten  mathematisch-naturwissenschaftlichen  Classe  empfehlen ­
  möchte,  gehört  als  ein  aller  Beachtung  werthes  Glied  in  die
Reihe  derjenigen  Vorkommen,  welche  als  Belege  zu  den  theoretischen ­
  Betrachtungen  in  der  Lehre  der  Gebirgsmetamorphose  dienen.
Pseudomorpliosen  von  Feldspath  in  der  Gestalt  der  Krystalle
von  mancherlei  Zeolithen,  wer  hätte  bis  vor  kurzem  auch  nur  an
die  Möglichkeit  derselben  denken  wollen.  Wohl  hat  in  der  neuesten
Zeit  Herr  Professor  Scacchi  in  Neapel  Pseudomorpliosen  gefunden, ­
  welche  die  Gestalt  der  bekannten  eingewachsenen  Krystalle
von  Leucit  besitzen,  aber  im  Innern  aus  kleinen  deutlich  ausgebildeten ­
  wasserklaren  Krystallen  von  Ryakolith  bestehen.  Seine  Mittheilung
  darüber  ist  mir  noch  nicht  zu  Gesicht  gekommen,  aber  ein
deutliches  Leucitoid  von  dieser  Beschaffenheit  verdanke  ich  meinem
lieben  Freunde  Wohl  er,  der  es  selbst  von  Scacchi  erhielt.
Wären  die  Varietäten,  welche  ich  in  früheren  Zeiten  sah,  so  deutlich ­
  gewesen,  so  war  es  nicht  so  schwierig  zu  einem  Entschlüsse
zu  kommen,  aber  sie  waren  weit  entfernt,  die  nothwendige  Deutlichkeit ­
  zu  besitzen,  um  ein  wahrscheinliches  Urtheil  zu  begründen.
Schon  im  Jahre  1822,  als  ich  vom  Herrn  Grafen  Breunner
eingeladen,  ihn  auf  einer  Reise  nach  Frankreich,  England,  Deutschland ­
  begleitete,  bemerkte  ich  in  der  Sammlung  des  Herrn  Thomas
Allan  in  Edinburgh  die  ersten  Varietäten  dunkelbräunlichrother
Leucitoide  in  der  Grünsteintufmasse  des  Caltonhill.  Nicht  Alles
lässt  sich  auf  den  ersten  Blick  als  selbstständig  anerkennen,  was
neu  ist,  aber  doch  sind  Unterschiede  von  dem  Bekannten  oft  hinreichend ­
  deutlich,  um  nähere  Untersuchungen  zu  begründen.  Herr
Allan  vertraute  mir  damals  Einiges  davon  an,  um  es  mit  nach
Freiberg  zu  nehmen.  Im  Sommer  1824besuchte  ich  Herrn  Brooke
in  London.  Die  Sprache  kam  auf  den  von  mir  kurz  vorher  beschriebenen ­
  Edingtonit.  Herr  Brooke  erwähnte,  dass  auch  er  noch
vor  meiner  Bekanntmachung  auf  denselben  aufmerksam  gewesen
sei,  und  dass  er  in  den  Kilpatrick-Hills  hei  Dumbarton  mit  Analcim
und  Thomsonit  vorkomme,  und  mit  „einem  rothen  Mineral,  von
dem  ich  nicht  weiss,  was  es  ist."  Ich  hatte  damals  die  von  mir  an
Herrn  Allan  zurückgestellten  Stücke  immerwährend  in  dessen
            
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