Haidinger. Pseudomorpliosen des FeUlspathes.
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Herr Bergrath Haitlinger hielt nachstehenden Vortrag über
Pseudomorpliosen von Feldspathen.
Der Gegenstand, welchen icli heute der Aufmerksamkeit der
hochverehrten mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe empfehlen
möchte, gehört als ein aller Beachtung werthes Glied in die
Reihe derjenigen Vorkommen, welche als Belege zu den theoretischen
Betrachtungen in der Lehre der Gebirgsmetamorphose dienen.
Pseudomorpliosen von Feldspath in der Gestalt der Krystalle
von mancherlei Zeolithen, wer hätte bis vor kurzem auch nur an
die Möglichkeit derselben denken wollen. Wohl hat in der neuesten
Zeit Herr Professor Scacchi in Neapel Pseudomorpliosen gefunden,
welche die Gestalt der bekannten eingewachsenen Krystalle
von Leucit besitzen, aber im Innern aus kleinen deutlich ausgebildeten
wasserklaren Krystallen von Ryakolith bestehen. Seine Mittheilung
darüber ist mir noch nicht zu Gesicht gekommen, aber ein
deutliches Leucitoid von dieser Beschaffenheit verdanke ich meinem
lieben Freunde Wohl er, der es selbst von Scacchi erhielt.
Wären die Varietäten, welche ich in früheren Zeiten sah, so deutlich
gewesen, so war es nicht so schwierig zu einem Entschlüsse
zu kommen, aber sie waren weit entfernt, die nothwendige Deutlichkeit
zu besitzen, um ein wahrscheinliches Urtheil zu begründen.
Schon im Jahre 1822, als ich vom Herrn Grafen Breunner
eingeladen, ihn auf einer Reise nach Frankreich, England, Deutschland
begleitete, bemerkte ich in der Sammlung des Herrn Thomas
Allan in Edinburgh die ersten Varietäten dunkelbräunlichrother
Leucitoide in der Grünsteintufmasse des Caltonhill. Nicht Alles
lässt sich auf den ersten Blick als selbstständig anerkennen, was
neu ist, aber doch sind Unterschiede von dem Bekannten oft hinreichend
deutlich, um nähere Untersuchungen zu begründen. Herr
Allan vertraute mir damals Einiges davon an, um es mit nach
Freiberg zu nehmen. Im Sommer 1824besuchte ich Herrn Brooke
in London. Die Sprache kam auf den von mir kurz vorher beschriebenen
Edingtonit. Herr Brooke erwähnte, dass auch er noch
vor meiner Bekanntmachung auf denselben aufmerksam gewesen
sei, und dass er in den Kilpatrick-Hills hei Dumbarton mit Analcim
und Thomsonit vorkomme, und mit „einem rothen Mineral, von
dem ich nicht weiss, was es ist." Ich hatte damals die von mir an
Herrn Allan zurückgestellten Stücke immerwährend in dessen