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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Görgey.  Über  die  fetten

Nicht  besser  erging  es  mir  mit  jenen  erhaltenen  Kristallisationen, ­
  welche  auf  die  Pelargonsäure  und  jenen,  welche  auf  eine
Säure  C 26  // 26  0 4  im  Cocosnussöle  hinweisen.  Erstere  waren
Gemenge  von  capryl-  und  caprinsaurem,  letztere  von  pichurimtalgsaurem
  und  myristinsaurem  Baryt;  ich  sage  „myristinsaurem  in
soferne  Playfair  für  die  Myristinsäure  die  Formel  C 28  // 28
aufstellt;  denn  mir  steht  ein  Vorrath  von  Barytsalzen  mit  Säuren
des  Cocosnussöles  zu  Gebote,  deren  gefundener  Barytgehalt,  dem
für  die  Formel  C g8  // 28  O s  -j-  Baryt  berechneten  nahezu  gleichkommt,
  und  bedauere  sehr,  das  so  mühsam  erbeutete  Material  wegen
anderweitiger  Geschäfte  nicht  gleich  ausbeuten  zu  können;  da  es
doch  von  Interesse  wäre,  nachzuweisen,  ob  zwischen  der  Säure
Qi S  // 28  0 4  des  Cocosnussöles  dieselbe  Übereinstimmung  mit
Playfair’s  Myristinsäure  stattlinde,  wie  dies  zwischen  der  Säure
C 2 4  Z/ 24  Ol  des  Cocosnussöles  und  Marson’s  Laurostearin  oder
Sthamer’s  Pichurimtalgsäure  der  Fall  ist.
Auffallend  bleibt  es  jedenfalls,  dass  es  mir  eben  so  wenig  aus
dem  Cocosnussöle,  wie  Lerch  aus  der  Butter  gelang,  eine  flüchtige ­
  fette  Säure  darzustellen,  deren  Kohlenstoff-  und  Wasserstoff-Äquivalente
  nicht  durch  4  theilbar  wären.
Ich  meine  hier  das  Äquivalent  der  Deutschen,  nicht  das  Atom
der  Franzosen;  denn  nach  letzterem  wäre  auch  St.  Evre's  Formel
für  die  Cocinsäure  durch  die  Zahl  4  theilbar,  weil  er  sie  folgendermassen
  gibt:  ff 44  0 4 .
St.  Evre  hat  bei  seiner  oft  erwähnten  Arbeit  einen  ganz
bestimmten  Versuch  gemacht,  die  Ölsäure  des  Cocosnussöles  abzuscheiden, ­
  indem  er  das  Bleisalz  des  Säuregemenges  durch  Digeriren
mit  Äther  vom  ölsauren  Bleioxyde  trennte.
Mir  bürgt  für  die  Reinheit  meiner  Präparate  die  Übereinstimmung ­
  der  Resultate  aller  meiner  Analysen  unter  sich  —  um  so
mehr,  da  ich  z.  B.  die  Eigenschaft  der  Ölsäure,  nicht  flüchtig  zu
sein,  berücksichtigend,  nicht  nur  aus  den  mit  Wasser,  sondern
auch  aus  den  für  sich  im  luftleeren  Raume  destillirten  Säuren
Pichurimtalgsäure  darstellte,  und  die  Analysen  beider  Präperate,  so
wie  die  ihrer  Verbindungen  gleiche  Resultate  liefern.
Der  Bildung  und  Natur  eines  eigenthütnlichen  sauren  Körpers,
wovon  ich  während  meiner  Arbeit  bedeutende  Mengen  sammelte,
muss  ich  zuletzt  noch  erwähnen.
            
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