Säuren des Cocosnussöles.
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die Krystallisation eintrat. Die ersten Krystalldrusen prüfte ich auf
ihren Schmelzpunkt. Er blieb der oben angegebene zwischen 42
und 43° C. Dann concentrirte ich die Flüssigkeit auf ein so geringes
Volumen, dass sie beim Erkalten fast fest wurde, und liess die
wenigen Tropfen noch übriger Mutterlauge abträufeln. Die in
diesen wenigen Tropfen noch aufgelöste Säure musste, wenn meine
Pichurimtalgsäure ein Gemenge war, doch wenigstens einen etwas
niederen Schmelzpunkt haben. Allein er blieb constant, und somit
kann ich mit um so ruhigerer Gewissheit behaupten, dass das
Vorkommen der Pichurimtalgsäure in dem Cocosnussöle, welches
ich untersuchte, eine Wahrheit ist. St. Evre ging vom Schmelzpunkte
der Cocinsäure des Chemikers Brom eis aus, und hat die
Formel, vom Letzteren C 27 // 27 0 4 aufgestellt, umgestossen.
Die Formel St. Evre’s für die Cocinsäure, mit dem Schmelzpunkte
= 35° C., ist, = C 22 H 22 0 4 , läge also zwischen der
Caprin- und Pichurimtalgsäure.
Als ich meine Arbeit begann, kannte ich noch keine der fetten
Säuren, aber ich wünschte vor Allem die bisher so seltene Caprinsäure
kennen zu lernen, und sehnlicher noch, — wie dies bei einem Anfänger
leicht begreiflich ist, — wünschteich eine Säure zu entdecken.
Die Säure C, z H. i% ö 4 war damals noch nicht gekannt.
St. Evre's Arbeit erschien hei uns, wie ich bereits erwähnt habe,
erst, nachdem mich meine Versuche überzeugt hatten, dass die
Säure C 2ä Z/, 2 0 4 in dem Cocosnussöle, wenigstens welches ich
untersuchte, nicht enthalten sei.
Wohl erhielt ich Krystallisationen von Barytsalzen, deren
Barytgehalt nur mehr um 0,7 Procente von dem für das Barytsalz
der Säure C 22 H z2 0 4 entfallenden abwicli, und mit gespannter
Erwartung begann ich von Neuem die langweilige ermüdende Arbeit
des Umkrystallisirens. Aber die Resultate belehrten mich, dass diese
Krystallisationen in der That nur Gemenge von caprinsaurem und
pichurimtalgsaurem Baryt waren. St. Evre hat bei der Aufstellung
seiner Cocinsäure C M // 22 0 4 offenbar also versäumt, das Barytsalz
zu untersuchen, welches ihm allein beweisen konnte, dass seine
Säure ein Gemenge von Caprin- und Pichurimtalgsäure sei, oder
dass das Coeosnussöl im Handel verschieden zusammengesetzt sei.
Die Analyse des Äthers oder Silbersalzes beweist Nichts oder
wenig, da Gemenge fetter Säuren unverändert in Äther übergehen.
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. I. Bd. 15