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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Säuren  des  Cocosnussöles.

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die  Krystallisation  eintrat.  Die  ersten  Krystalldrusen  prüfte  ich  auf
ihren  Schmelzpunkt.  Er  blieb  der  oben  angegebene  zwischen  42
und  43°  C.  Dann  concentrirte  ich  die  Flüssigkeit  auf  ein  so  geringes
Volumen,  dass  sie  beim  Erkalten  fast  fest  wurde,  und  liess  die
wenigen  Tropfen  noch  übriger  Mutterlauge  abträufeln.  Die  in
diesen  wenigen  Tropfen  noch  aufgelöste  Säure  musste,  wenn  meine
Pichurimtalgsäure  ein  Gemenge  war,  doch  wenigstens  einen  etwas
niederen  Schmelzpunkt  haben.  Allein  er  blieb  constant,  und  somit
kann  ich  mit  um  so  ruhigerer  Gewissheit  behaupten,  dass  das
Vorkommen  der  Pichurimtalgsäure  in  dem  Cocosnussöle,  welches
ich  untersuchte,  eine  Wahrheit  ist.  St.  Evre  ging  vom  Schmelzpunkte ­
  der  Cocinsäure  des  Chemikers  Brom  eis  aus,  und  hat  die
Formel,  vom  Letzteren  C 27  // 27  0 4  aufgestellt,  umgestossen.
Die  Formel  St.  Evre’s  für  die  Cocinsäure,  mit  dem  Schmelzpunkte ­
  =  35°  C.,  ist,  =  C 22  H 22  0 4 ,  läge  also  zwischen  der
Caprin-  und  Pichurimtalgsäure.
Als  ich  meine  Arbeit  begann,  kannte  ich  noch  keine  der  fetten
Säuren,  aber  ich  wünschte  vor  Allem  die  bisher  so  seltene  Caprinsäure
kennen  zu  lernen,  und  sehnlicher  noch,  —  wie  dies  bei  einem  Anfänger ­
  leicht  begreiflich  ist,  —  wünschteich  eine  Säure  zu  entdecken.
Die  Säure  C, z  H. i%  ö 4  war  damals  noch  nicht  gekannt.
St.  Evre's  Arbeit  erschien  hei  uns,  wie  ich  bereits  erwähnt  habe,
erst,  nachdem  mich  meine  Versuche  überzeugt  hatten,  dass  die
Säure  C 2ä  Z/, 2  0 4  in  dem  Cocosnussöle,  wenigstens  welches  ich
untersuchte,  nicht  enthalten  sei.
Wohl  erhielt  ich  Krystallisationen  von  Barytsalzen,  deren
Barytgehalt  nur  mehr  um  0,7  Procente  von  dem  für  das  Barytsalz
der  Säure  C 22  H z2  0 4  entfallenden  abwicli,  und  mit  gespannter
Erwartung  begann  ich  von  Neuem  die  langweilige  ermüdende  Arbeit
des  Umkrystallisirens.  Aber  die  Resultate  belehrten  mich,  dass  diese
Krystallisationen  in  der  That  nur  Gemenge  von  caprinsaurem  und
pichurimtalgsaurem  Baryt  waren.  St.  Evre  hat  bei  der  Aufstellung
seiner  Cocinsäure  C M  // 22  0 4  offenbar  also  versäumt,  das  Barytsalz
zu  untersuchen,  welches  ihm  allein  beweisen  konnte,  dass  seine
Säure  ein  Gemenge  von  Caprin-  und  Pichurimtalgsäure  sei,  oder
dass  das  Coeosnussöl  im  Handel  verschieden  zusammengesetzt  sei.
Die  Analyse  des  Äthers  oder  Silbersalzes  beweist  Nichts  oder
wenig,  da  Gemenge  fetter  Säuren  unverändert  in  Äther  übergehen.
Sitzb.  d.  mathem.-naturw.  CI.  I.  Bd.  15
            
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