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224 Görgey. Über die fetten
Die Säure, welche ich durch Krystallisation aus Alkohol von
constantem Schmelzpunkte = b(j°C. erhielt, war ein Gemenge von
Myristin- und Palmitinsäure (28 CH, 0 4 und 32 CH, 0 4 ). Das Mittel
gibt die Formel, welche aus der Analyse des Hydrates hervorging.
Bei Darstellung des Silbersalzes mochte durch das anhaltende
Auswaschen das myristinsaure Salz entfernt worden sein, und der
Rückstand, grösstentlieils nur palmitinsaures gab natürlich ein Resultat,
welches der Formel C 32 H ai 0 2 -f AgO entspricht. Doch
versteht es sich von seihst, dass diese Ansicht noch mehrerer übereinstimmender
Analysen zu ihrer Feststellung bedarf, wozu ich gegenwärtig
weder Zeit noch Material besitze.
Bei der Darstellung der obigen Säure vom SchmelzpunkteS6°C.
durch Krystallisation aus Weingeist, machte ich folgende Erfahrungen:
Wenn man die concentrirte weingeistige Lösung eines
Säuregemenges immer vollständig auskrystallisiren lässt, so erhält
man leicht Producte, welche nach zwei- auch dreimaligem Umkrystalliren
nahezu dieselben Schmelzpunkte zeigen. Bereitet man aber
eine ziemlich verdünnte weingeistige Lösung des Säuregemenges,
erkältet dann so tief und anhaltend, dass die Krystallbildung dennoch
vor sich geht, und untersucht die zuerst anschiessenden Krystalle,
nach vorhergegangener vollständiger Entfernung des Weingeistes
auf ihren Schmelzpunkt, so wird man über die plötzlich so bedeutende
Erhöhung desselben erstaunen. Allein auf diese Art schrumpfen
die Präparate zu einem Minimum zusammen, welcher Umstand die
Endanwendung dieser eben erwähnten Methode nahezu unmöglich
macht. Der obige Schmelzpunkt blieb zwar nach den zwei letzten
Umkrystallisationen constant, allein bei der letzten musste ich bereits
ganz auskrystallisiren lassen, um nur Material genug zu den angeführten
zwei Analysen zu haben. — Ich bin also keineswegs überzeugt,
dass ich, wären mir von der Säure = 56° C. Schmelzpunkt bedeutendere
Mengen zu Gebote gestanden, ihren Schmelzpunkt durch obige
Umkrystallisations-Methode nicht noch höher hätte bringen können.
Wie aber, wenn ich diesen entscheidenden Versuch als Prüfstein
auf meine als rein angesehene Pichurimtalgsäure des Cocosnussöles
anlegte ? — Ich that es. —
Eine bedeutende Quantität Säure der Rest derjenigen, welche
der Gegenstand meiner Analysen war, löste ich in sehr viel Weingeist,
erkältete die Lösung anhaltend mehrere Grade unter 0, bis