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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Säuren  des  Cocosnussöles.  213

erwähnten  zarten  voluminösen  Flocken,  und  die  noch  heisse  Flüssigkeit, ­
  in  welcher  sie  schweben,  erscheint  klar,  bald  aber  trübt
sie  sich  wieder,  denn  bei  zunehmender  Abkühlung  vermag  sie
selbst  den  leichter  löslichen  caprinsauren  Baryt  nicht  mehr  aufgelöst ­
  zu  erhalten,  und  derselbe  fällt,  als  der  zuletzt  beschriebene
»  feine,  weisse,  pulverige  Niederschlag  heraus,  und  senkt  sich
langsam  zu  Boden.
Die  eben  beschriebenen  Reactionen  auf  die  Gegenwart  der
r  Caprin-  und  Pichurimtalgsäure  habe  ich  sehr  oft  durch  die  quantitative ­
  Analyse  controlirt,  und  sie  jedesmal  bestätigt  gefunden.
Enthält  das  salbenartige  Gemenge  auch  Caprylsäure,  so  erkennt
man  dies  daran,  ■—  wenn  man  die  von  dem  durch  Chlorbariumlösung ­
  in  der  Auflösung  der  gesammten  Ammoniaksalze  bewirkten
Niederschlage  abkolirte  Flüssigkeit  unter  raschem  Kochen  bedeutend ­
  coneentrirt,  und  dann  erkalten  lässt,  dass  nach  etwa  eingetretener ­
  Krystallisation,  die  Flüssigkeit  nicht  wasserhell,  sondern
undurchsichtig,  ähnlich  einer  verdünnten  Ammoniakseifenlösung,
erscheint.
5>  Das  caprylsaure  Ammoniak  wird  nämlich  nicht  mehr  so  vollkommen ­
  durch  Chlorbarium  zerlegt,  wie  die  Ammoniaksalze  der
höheren  Säuren,  und  das  noch  unzerlegte  caprylsaure  Ammoniak
gibt  dann  der  Flüssigkeit  jenes  opake  Ansehen.  Will  man  sich  von
der  Richtigkeit  dieser  Angabe  überzeugen,  so  setze  man  Schwefelsalz ­
  oder  Weinsäure  hinzu  (im  Überschüsse),  und  es  werden  sich
alsbald  ölige  Tropfen  auf  der  Oberfläche  der  Flüssigkeit  abscheiden,
welche  sauer  reagiren  und  mit  Baryt  ein  Salz  geben,  das  alle
Eigenschaften  des  caprylsauren  Baryts  hat,  und  auch  gleiche
Bariumoxyd-Procente  enthält.  Ein  bedeutender  Theil  des  in  der
Gesammtmenge  der  Ammoniaksalze  enthaltenen  caprylsauren  Ammoniaks ­
  wird  hingegen  durch  Chlorbarium  dennoch  zerlegt,  denn
aus  der  Mutterlauge  des  caprinsauren  Baryts  besonders  der  ersten
Auskochung  krystallisirt  nach  fernerer  Concentration  ein  Salz
heraus,  theils  pulver-,  theils  sehr  zart  dentritenförmig  mit  kleinen
spiessigen  Krystallen  untermengt,  welches  die  Analyse  als  ein
Gemenge  von  caprin-  und  caprylsaurem  Baryt  erkennt.
Das  sind  die  qualitativen  Reactionen  auf  die  Gegenwart  der
Capryl-,  Caprin-  und  Pichurimtalgsäure,  in  einem  Gemenge  von
mehreren  der  bisher  bekannten  flüchtigen  fetten  Säuren.
            
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