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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Görgey.  Über  die  fetten

felbaren  sind,  wie  ich  unten  zeigen  werde.  Es  sind  ja  aber  auch
die  Löslichkeiten  der  einzelnen  fetten  Säuren  in  Alkohol  zu  wenig
von  einander  verschieden,  um  von  der  Anwendung  dieser  Methode
bei  der  Analyse  der  salbenartigen  Fette  mehr  als  mittelmässige
Resultate  erwarten  zu  können.
4.  Benützte  ich  zur  Trennung  der  einzelnen  Säuren  diebedeutend
grösseren  Löslichkeitsdifferenzen  ihrer  Barytsalze  in  Wasser  und
Alkohol,  und  verdanke  ich  dieser  Methode  die  Ergebnisse  der  im
Folgenden  zu  beschreibenden  Versuche.  —  Aber  sie  erfordert  sehr
viel  Ausdauer,  und  muss,  will  man  so  viel  möglich  Zeit  ersparen,
mit  den  vorhergehend  erwähnten  drei  Methoden  in  gelegentliche
Verbindung  gebracht  werden.
Die  Darstellung  der  Barytsalze,  durch  Sättigen  der  Säuren  mit
Barytwasser  ist  recht  gut,  wenn  man  die  Säuren  von  der  Caprylsäure
  16  (C  //)  O k  abwärts  sucht;  für  die  höheren  Säuren  aber  fand
ich  diese  Methode  unbequem  und  zeitraubend  und  ziehe  es  vor,  die
Ammoniaksalze  der  fetten  Säuren  mit  Chlorbarium  zu  zerlegen.
Man  setzt  nämlich  zu  der  warmen  Auflösung  der  Ammoniaksalze, ­
  so  lange  Chlorbariumlösung,  als  noch  ein  weisser,  käsiger
Niederschlag  entsteht,  kolirt,  kocht  den  Niederschlag  sogleich  mit
viel  Wasser  eine  halbe  Stunde,  filtrirt  in  ein  Becherglas,  und
lässt  erkalten.  Trübt  sich  die  Flüssigkeit  schon  während  des
Abfliessens  vom  Trichter,  und  bilden  sich  nach  und  nach  schneeweisse,
  zarte,  sehr  voluminöse  Flocken,  welche  theils  in  der  Flüssigkeit ­
  schweben,  theils  an  den  Wänden  des  Glases  lose  haften,  so
kann  man  daraus  mit  Sicherheit  auf  die  Gegenwart  der  Pichurimtalgsäure ­
  in  dem  zu  untersuchenden  Gemenge  von  fetten  Säuren
schliessen.  Trübt  sich  aber  die  klar  filtrirte  kochendheisse  Lösung
nicht  schon  während  des  Filtrirens,  sondern  erst,  nachdem  sie
bereits  etwas  mehr  abgekühlt  ist,  und  entsteht  anstatt  der  weissen
Flocken  ein  Niederschlag,  welcher  sich  als  ein  feines  weisses
Pulver  langsam  absetzt,  so  ist  dies  ein  untrüglicher  Beweis  für
die  Gegenwart  der  Caprinsäure  in  dem  zu  untersuchenden  Gemenge
von  fetten  Säuren.
Es  können  aber  auch  beide  ebengenannte  fette  Säuren  darin
enthalten  sein,  und  dann  erkennt  man  dies  daran,  dass  die  Lösung
während  des  Abkiihlens  so  zu  sagen,  zwei  Mal  krystallisirt,
d.  h.  es  krystallisirt  zuerst  der  pichurimtalgsaure  Baryt  in  den
            
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