Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Säuren  des  Cocosnussöles.  211
bestimmt  unterscheiden,  und  dies  sind  nicht  einmal  unmittelbar
nachbarliche  Glieder,  denn  zwischen  ihnen  liegen  ja  noch  die
Pelargonsäure  18  (C  H)  0 4  und  die  Cocinsäure  22  (C  //)  0 4
St.  Evre's.
Die  hei  gewöhnlicher  Temperatur  tlieils  flüssigen,  theils  schmierigen ­
  fetten  Säuren,  welche  ich  durch  Zerlegung  der  bereits  gereinigten ­
  Seife,  wie  oben  gesagt,  erhielt,  filtrirte  ich  bei  gewöhnlicher ­
  Temperatur,  und  forschte  in  dem,  auf  dem  Filter  gebliebenen
salbenartigen  Theile  nach  der  Caprinsäure.  Die  Hauptmasse  derselben ­
  musste  —  war  sie  wirklich  im  Cocosnussöle  vorhanden  —  in
dieser  Portion  des  Säuregemenges  enthalten  sein,  weil  schon  L  ereil
sie  unter  dem  schmierigen  Gemenge  der  Säuren  der  Butter  fand.
Zur  Isolirung  der  einzelnen  Säuren  wendete  ich  mehrere
Trennungsmethoden  an:
1.  Erhielt  ich  das  Säuregemenge  längere  Zeit  bei  der  Temperatur, ­
  welche  dem  Schmelzpunkte  der  Capronsäure  entspricht,
und  trennte  das  Flüssige  von  dem  Schmieriggebliebenen  durch
Abgiessen  und  Filtriren.
Es  bedarf  wohl  für  diejenigen,  welche  die  Gruppe  der  Fette
kennen,  kaum  der  Erwähnung,  dass  diese  Methode  zu  gar  keinem
Resultate  führt,  weil,  wie  schon  Gottlieb  in  seiner  Arbeit  über
die  Ölsäure  nachgewiesen,  die  Schmelzpunkte  der  Säurengemenge
in  einem  noch  unerforschten  Verhältnisse  zu  den  Schmelzpunkten
der  einzelnen  Säuren  stehen.
2.  Destillirte  ich  das  Säuregemenge  fractionirt,  bei  den  verschiedenen ­
  den  einzelnen  Säuren  entsprechenden  Kochpunkten,  und
zwar  im  luftleeren  Raume.
So  gross  die  Hoffnungen  waren,  welche  ich  in  diese  Methode
setzte,  so  klein  blieben  die  Erfolge.  —  Man  erhält  aus  Gemengen  immer
nur  wieder  Gemenge.  Zum  Beweise  dessen  genügt  die  einzigeAngabe,
p  dass  ich  in  dem,  beim  Kochpunkte  der  Buttersäure  8  (C  H)  0 4
erhaltenen  Destillate  auch  Pichurimtalgsäure  24  (C  IT)  0 4  nachwies.
3.  Versuchte  ich  die  Säuren  durch  Krystallisationen  aus  Alkohol
zu  trennen.
Diese  Methode  ist  leider  die  einzige  bisher  bekannte,  welche
uns  zu  Gebote  steht,  um  aus  einem  Gemenge  der  fetten  Säuren  die
des  höchsten  Atomes  theilweise  abzuscheiden.  Ich  sage  „leider”
weil  die  Resultate,  welche  sie  liefert,  noch  lange  keine  unbezwei-14
  *

<
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.