Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

210

Görg  ey.  Über  die  fetten

quantitativ  bewirken  zu  können,  sondern  sei  damit  zufrieden,  dass
man  —wird  die  obige  Destillation  zur  rechten  Zeit  unterbrochen  —
im  Destillat  wenigstens  noch  keine  Palmitinsäure  und  im  Rückstände ­
  keine  Capronsäure  mehr  habe.
Das  saure  Destillat  neutralisirte  ich  mit  Ätzkalilauge,  verdampfte ­
  das  Wasser  bis  zur  Bildung  des  Seifenleimes,  und  salzte
mit  Kochsalzlösung  aus.  Durch  Wiederauflösen  in  verdünnter  Ätzkalilauge ­
  und  nochmaliges  Aussalzen  reinigte  ich  die  so  erhaltene
Seife,  und  zerlegte  sie  dann  wieder  durch  Schwefelsäure,  denn
ich  hatte  ja  durch  diese  Operationen  nur  die  Concentration  der  in
der  grossen  Menge  des  abdestillirten  Wassers  theils  aufgelösten,
theils  nur  suspendirten  Säuren  zur  Absicht.
Die  zugesetzte  Schwefelsäure  schied  aus  der  Seife  ein  Gemenge
von,  bei  gewöhnlicher  Temperatur  theils  flüssigen,  theils  schmierigen, ­
  fetten  Säuren  ab,  während  das  schwefelsaure  Wasser  unter
der  Fettschichte  auch  noch  eine  Quantität  fetter  Säuren  vom
niedersten  Atome  aufgelöst  enthielt;  denn  als  ich  dieses  Wasser,
nachdem  es  von  der  Fettschichte  getrennt  worden  war,  destillirte,
erhielt  ich  ein  wasserhelles  saures  Destillat;  welches  mit  Barytwasser ­
  keinen  Niederschlag,  wohl  aber  ein  leichtlösliches  Barytsalz ­
  gab.  —  Ich  hielt  dieses  Salz  für  buttersauren  Baryt.  —  Der
Versuch,  dies  nachzuweisen,  verunglückte  leider,  und  einzig
und  allein  auf  den  Geruch  des  sauren  Destillates  nach  Buttersäure ­
  darf  ich  die  Behauptung  nicht  gründen,  dass  im  Cocosnussöle
  unläugbar  auch  Buttersäure  enthalten  sei.  Denn  ich  habe
im  Laufe  meiner  Versuche  die  Erfahrung  gemacht,  dass  die  nachbarlichen ­
  Glieder  der  fetten  Reihe  einander  nicht  nur  in  den  chemischen, ­
  sondern  auch  in  physikalischen  Eigenschaften  viel  zu  nahe
stehen,  um  z.  B.  mit  Bestimmtheit  von  einem  auffallend  charakteristischen ­
  Gerüche  irgend  einer  flüchtigen  fetten  Säure  sprechen
zu  können.  Die  ihrem  Atome  nach  einander  zunächstgelegenen
fetten  Säuren  riechen  wohl  mehr  minder  stark  sauer,  oder  nach
Schweiss,  oder  stechend,  oder  endlich  nach  der  Ausdünstung  eines
Bockes,  aber  immer  einander  so  ähnlich,  dass  es  unmöglich  ist,
aus  einem  Gemenge  die  Gegenwart  eines  Gliedes  der  fetten  Reihe
mit  Bestimmtheit  herauszuriechen.  —■  Ich  wenigstens  konnte  z.  B.
die  Caprinsäure  weder  einerseits  von  der  Pichurimtalgsäure,
noch  andererseits  von  der  Caprylsäure  durch  den  Geruch  allein
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.