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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Über  den  Dutenkalk.

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sind  nämlich  nicht  nur  selbst  fest,  körnig-krystallinisch,  sondern
stecken  auch  in  einem  festen  eben  so  krystallinisch-körnigen  Kalkstein. ­
  Tiefer  herab  ist  die  Textur  lockerer,  die  Basen  der  Kegel
sind  mit  Kalkpulver  ausgefüllt.  Aber  so  wie  das  Pulver  gegen  oben
zu  etwas  Festigkeit  gewinnt,  zeigt  sich  auch  faserige  Structur,
die  Richtung  der  Fasern,  die  noch  im  festen  Kalkstein  übrig  bleibt,
senkrecht  auf  die  Auflagerungsfläche.  Man  darf  also  wohl  annehmen,
dass  sich  erst  Kalkpulver  abgelagert,  dass  dieses  dann  sich  faserig
angeordnet  habe,  endlich  die  Krystallisation  eingetreten  sei.  Das
Aufeinanderfolgen  der  Zustände  ist  genau  entsprechend  der  in
einer  früheren  Mittheilung  über  die  Tropfsteine  der  Galmei-  und
Frauenhöhle  bei  Neuberg  in  Steiermark  gegebenen  Deutung.  Auch
dort  wird  Kalkmehl  abgesetzt,  ordnet  sich  in  Fasern  an,  und
krystallisirt  endlich  zur  festen  theilbaren  Masse.  Ein  gleiches
Verhalten  wurde  bei  der  Bildung  der  Kalkrinden  auf  den  fossilen
Resten  in  Knochenhöhlen  aus  Bergmilch  aus  der  Hermaneczer
Holde  angeführt.
Für  den  geologischen  Vorgang  stellt  Haidinger  folgendes
Schema  auf:
1.  Das  Gestein  ist  schichtenweise  abgesetzt.  Zwischen  zwei
der  Schichten  wird  aus  der  Gebirgsfeuchtigkeit  pulveriger,  kohlensaurer ­
  Kalk  gefällt.  Die  Feuchtigkeit  dringt  zu  gewissen  Punkten
aus  der  unteren  Schicht  heraus,  woselbst  später  die  Mittelpunkte
der  Basen  der  Kegel  sind.
2.  Aus  dem  Pulver  bildet  sich  eine  dünne  Lage  lcrystallinischen
  Kalksteins,  am  dünnsten  wo  der  Ausfluss  ist.
3.  Fortsetzung  des  Vorganges.  Eine  zweite  Schicht  lässt  schon
mehr  Raum  für  den  Strom  der  Gebirgsfeuchtigkeit.
4.  Fortwährend  gefällter  kohlensaurer  Kalk  wird  von  unten
in  die  hohlen  Kegel  eingepresst.
5.  Das  Pulver  gewinnt  an  Festigkeit,  schliesst  in  Fasern,
endlich  zu  Krystall-Individuen  zusammen.
An  diese  übersichtliche  Darstellung  wurde  die  Reihe  der  einzelnen ­
  Varietäten  angeschlossen.
Dem  Dutenkalk  in  mancher  Beziehung  nahe  stehend  ist  der
Faserkalk.  Der  von  Radoboj  mit  von  der  obern  Seite  in  die  Kalkschichte
  hineinragenden  Mergelkegeln,  wurde  zuerst  von  S  tu  der
beschrieben.  Diese  Mergelkegel  haben  eine  staffelartige  Oberfläche,
            
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