Fenzl. Über Arciocalix.
201
er diese seine Ansicht und Theorie in ausführlicherer Weise, als
dies hier thunlich erscheint, dem competenten Publicum vorlegt,
und so vielleicht Einiges zur Aufhellung und Ergründung einer
Erscheinung beiträgt, die man wohl mit Recht zu den bisher noch
unaufgeklärten und räthselhaften zu zählen sich veranlasst findet.
Herr Custos Dr. Fenzl legte eine Abhandlung über eine neue
Pflanzen-Gattung „Arctocalyx" aus der Ordnung der Gesneraceen
vor, die durch zwei im tropischen Mexiko vorkomniende Arten
repräsentirt, in systematischer Beziehung, als ein Bindeglied zwischen
den drei Haupt-Abtheilungen dieser Ordnung, den Cyrtandraceen,
Bester een und Eugesnereen von Wichtigkeit ist. Eine
derselben: Arctocalyx Endlicherianus wurde von Karl Heller
aus den Umgebungen Mirador's in getrockneten Exemplaren eingesandt
und zugleich aus einem einzigen keimfähigen Samen in
den Gewächshäusern des hiesigen Handelsgärtners Abel gezogen,
wo sie noch im Laufe dieses Sommers zur Blüthe gelangen
dürfte. Die zweite ist die bereits von Galeotti im Bulletin de
l'Academie de Bruxelles Vol. IX, 2, p. 37, kurz diagnosirte
Besleria insignis, welche hier als Arctocalyx insignis aufgeführt
wird.
Der Differential-Charakter dieser Gattung und ihrer beiden
Arten ist folgender:
Arctocalyx:
Calyx membranaceus, tubuloso-campanulatus amplus, tubo
inra basi germine toto adhaerens, libera parte multo longiore
exangulatus lS-nervis, limbo breve S-dentato, dentibus latis rotundatis
crenulatis. Coro 11a epigyna ampla infundibulari-campanulata,
basi aequalis, fauce dilatata, liihbo subbilabiato, lohis
subaequalibus. Antherae in discum cohaerentes. Discus epigynus
annularis, obliqüüs. S tigma infundibulare. Capsula membranacea.
Frutices foliis oppositis, cymis axillaribus paucifloris,
petiolis brevioribus.
Arctocalyx Endlicherianus. Pedicclli calyce subbreviores.
Calyx dentibus margine reflexo crispato-crenulatis. Corolla