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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Dopple  r.  Versuch  einer  Erklärung  etc.

Aus  diesen  beiden  Voraussetzungen,  deren  vollständige  Rechtfertigung ­
  in  dem  der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften
unter  Einem  zur  Drucklegung  unterbreiteten  Aufsatze  niedergelegt
ist,  lassen  sich  nun  sofort  sämmtliclie  Fundamental-Erscheinungen
der  Berührungs-Elektricität  einfach  und  ungezwungen,  nach  den
bekannten  aerostatischen  und  aerodynamischen  Principien  erklären.
Werden  nämlich,  um  nur  des  allereinfachsten  Falles  hier  zu  erwähnen, ­
  zwei  materiell  verschiedene  Körper,  die  also  auch  Atmosphären ­
  verschiedener  Spannkraft  und  Höhe  besitzen,  in  unmittelbare
Berührung  gebracht,  so  wird  augenblicklich  der  frühere  Zustand
ihres  stabilen  Gleichgewichtes  aufgehoben,  und  es  tritt  unabweislich
  eine  neue  Anordnung  ihrer  beiderseitigen  Atmosphären  ein.
Ein  Tlieil  der  Atmosphäre  des  einen  Körpers  tritt  wegen  Ungleichheit ­
  des  aerostatischen  Gegendruckes  an  den  zweiten  über,  und
werden  diese  Körper  sodann  isolirt  getrennt,  so  muss  gerade  jener
Theil  der  Atmosphäre  hei  dem  einen  fehlen,  der  an  dem  andern
übergangen  war,  d.  h.  der  eine  von  diesen  Körpern  muss  sich
negativ,  der  andere  dagegen  eben  so  stark  positiv-elektrisch
erweisen.  Die  sämmtlichen  galvano-elektrischen  Erscheinungen
stellen  sich  nach  dieser  Theorie  dar  als  hervorgegangen  aus  dem
Conflicte  der  die  Körper  umgebenden  elektrischen  Atmosphären
ungleicher  Spannung.  Da  dieser  Sachverhalt  von  der  absoluten
Grösse  wie  auch  Form  der  Körper  völlig  unabhängig  ist,  so  gilt
das  Gesagte  auch  mit  gleicher  Strenge  von  den  Körpermolekeln,  ja
von  den  einzelnen  Körperatomen  selber.  Der  hei  Körpern  von
bestimmter  Ausdehnung  sich  kundgebende  polare  Elcktricitäts-Zustand
  begründet  die  galvanischen,  jener  bei  den  Körpermolekeln ­
  hervortretende  die  magnetischen,  und  der  schon  bei
einzelnen  Atomenverbindungen  auftretende  die  elektrochemischen ­
  Erscheinungen.  —Die  schöne  und  ausnahmslose  Übereinstimmung ­
  der  nach  verschiedenen  Seiten  hin  bisher  ausgeführten  Folgerungen ­
  mit  den  bekannten  Erfahrungsdaten,  gewährt  dem  Verfasser
in  erheblichem  Grade  die  beruhigende  Überzeugung,  dass,  wie  mangelhaft ­
  auch  Form  und  Darstellung  sein  mögen,  nichts  desto  weniger
erhebliche  Irrthümer  in  der  in  seiner  genannten  Abhandlung  nieder--gelegten
  neuen  Theorie  der  Berührungs-Elektricität  sich  kaum  vorfinden ­
  dürften.  Unter  solchen  Umständen  glaubt  der  Verfasser  nur  einer
Verpflichtung,  wie  sie  die.  Wissenschaft  auferlegt,  zu  genügen,  wenn
            
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