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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Doppler.  Versuch  einer  Erklärung  etc.

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Zu  den  riitkselhaftesten  Erscheinungen  im  gesummten  Bereiche
der  anorganischen  Natur  darf  man  wohl  ohne  Zweifel  das  galvanoelektrische
  und  magnetische  Polaritäts-Phänomen  zählen.  Wie  es
aber  auffallenden  Erscheinungen,  deren  Endursachen  für  uns  noch
in  ein  gelieimnissvolles  Dunkel  gehüllt  sind,  von  jeher  erging,  so
wurde  auch  der  Begriff,  oder  richtiger  gesagt,  der  Name  der  Polarität ­
  sehr  bald  vielfach  ausgebeutet,  und  als  ein  willkommenes
Mittel  betrachtet,  die  Mangelhaftigkeit  und  Unzulänglichkeit  mancher ­
  anderen  vorgeblichen  Erklärung,  meistentheils  zwar  ganz
unabsichtlich  damit  zu  verhüllen.  Und  so  ist  es  denn  gekommen,
dass  wir  nicht  etwa  bloss  in  Werken,  welche  von  Elektricität  und  Magnetismus ­
  handeln,  sondern  auch  in  solchen,  die  der  Chemie,  der
Optik,  der  Wärmelehre,  der  Physiologie,  der  Naturphilosophie  und
noch  fremdartigeren  Gebieten  des  menschlichen  Forschens  angehören, ­
  den  Ausdrücken:  Polarität,  polares  Verhalten,  polare  Gegensätze ­
  u.  a.  m.  allerwärts  begegnen.  Ein  Begriff  aber,  der,  ohne  sonderlichenNutzen
  zu  stiften,  sich  den  verschiedenartigsten  Anforderungen
so  fügsam  erweist,  kann,  so  dünkt  es  mich,  unmöglich  zu  den  sehr  klar
und  scharf  aufgefassten  gehören.  Ein  Versuch  demnach,  dem  wahren
Polaritätsbegriff  in  seiner  ursprünglichen  Bedeutung  eine  mehr  sachliche ­
  Unterlage  zu  gehen,  oder  mit  anderen  Worten  sämmtliche  Fundamental-Erscheinungen
  der  Berührungs-Elektricität  nach  rein  mechanischen ­
  oder  richtiger  nach  rein  aerostatischen  und  aerodynamischen
Principien  zu  erklären,  —  dürfte  wohl  ohne  Zweifel  als  zeitgemäss
und  wünschenswerth  anerkannt  werden.  Um  mit  wenigen  Worten  das
Wesentlichste  dieses  Erklärungsversuches  hier  vor  Augen  zu  legen,
möge  vorerst  hervorgehoben  werden,  dass  die  dem  in  Rede  stehenden ­
  Erklärungsversuche  zu  Grunde  liegenden  Prämissen  folgende  sind:
1.  Alle  Körper,  von  welcher  Form  und  Grösse  sie  auch  immer
sein  mögen,  sind  von  Atmosphären  des  elektrischen  Fluidums
umgehen.  Diese  Atmosphären,  die  ihnen  eigentlnimlieh  und  schon
in  ihrem  natürlichen  oder  neutralen  Zustande  zukommen,  sind  ferner
nicht,  wie  gewöhnlich  angenommen  wird,  unbegrenzte  und  bis  ins
Unendliche  reichende,  sondern  sie  haben  eine  bestimmte  Höhe.
2.  Diese  Atmosphären  sind  jedoch  nicht  hei  allen  Körpern
von  gleicher  Höhe:  vielmehr  richtet  sich  diese  Höhe  nach  der
materiellen  Beschaffenheit  derselben,  und  ist  z.  B.  beim  Kupfer  eine
andere  als  heim  Zinke  u.  s.  w,
            
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