198
S t a m p f e r und B u r g. G utachten etc.
die zweiten von Eul er. Aber alle bisher genannten Methoden lassen,
wenngleich sie den streng wissenschaftlichen Anforderungen ein
Genüge leisten, von der praktischen Seite betrachtet, noch Mehreres
zu wünschen übrig, insbesondere in Hinsicht auf den Umstand, dass
bei Anwendung einer jeden dieser Methoden, nachdem ein Näherungswerth
der Wurzel gefunden worden ist, jedesmal der Grad
der Genauigkeit, mit welchem der gefundene Werth den der
Wurzel gibt, für sich bestimmt werden muss, welche Bestimmung
selber wieder einer bald mehr bald weniger complicirten Berechnung
bedarf.
Die von mir angestellten Untersuchungen haben die Entwickelung
einer Methode zur Berechnung der reellen Wurzeln einer
Gleichung mit numerischen Coefficienten zum Zwecke, welche von
diesen Mängeln frei ist. Im Wesentlichen besteht diese Verfahrungsart
in der Anwendung eines geregelten Verfahrens, die einzelnen
Ziffer, mit denen der wahre Werth der Wurzeln geschrieben
wird, successive und in ähnlicher Weise zu erhalten, auf welche
man die Ziffer eines Quotienten zweier dekadischer Zahlen, oder
die Ziffer der Quadrat- und Cubikwurzeln aus dekadischen Zahlen
mittelst der bekannten Rechnungsmechanismen nach und nach zum
Vorscheine bringt. Diese letzteren enthalten mehrere überflüssige
Rechnungen. Die Anwendung unserer Methode auf den Fall, da die
vorgelegte Gleichung eine reine Potenzgleichung ist, d. h. die Form
x" = a hat, wobei «eine gegebene dekadische Zahl bedeutet, wird
auch für die Ausziehung der Wurzeln eines jeden Grades aus dekadischen
Zahlen zu einem, von überflüssigen Rechnungen freien
Rechnungsmeehanismus führen, der in Vergleichung mit demjenigen,
dessen man sich bei der Ausziehung der Wurzeln aus den dekadischen
Zahlen zu bedienen pflegt, das Gepräge grösserer Vollkommenheit
an sich trägt.
Das wirkliche Mitglied, Herr Bergrath und Professor Christian
Doppler zu Schemnitz, überreicht der Classe für ihre Denkschriften
eine Abhandlung „Versuch einer auf rein mechanische
Principien sich stützenden Erklärung der
galvano-elektrischen und magnetischen Polaritäts-Erscheinungen,”
über deren Inhalt er Nachstehendes mittheilt: