Abhandlung: die Auflösung der Gleichungen betreffend. 197
kommnung der Newt o n'schen Methode, er bereicherte die Wissenschaft
auch durch bedeutende Verbesserungen an dem numerischen
Calcul, welchen die Bestimmung der reellen Wurzel fordert. Allein
dieser Vorzüge ungeachtet, trägt, wie ihr Vorbild, die Newton’sche,
auch diese Fo uri ersehe in sofern noch nicht das Gepräge der Vollkommenheit
an sich, indem diese, wie jene, bereits auf einen gewissen
Grad genäherte Grenzwertlie voraussetzt, um sogleich zur Anwendung
des approximativen Verfahrens fortschreiten zu können.
Dies wird nämlich nur dann der Fall sein können, wenn für die
beiden Grenzwerthe a, b einer Wurzel der Gleichung, die wir mit f
(ar) = o vorstellig machen wollen, noch die besondere Bedingung
erfüllt ist, dass, während diese Gleichung zwichen a und b nur eine
reelle Wurzel liegen hat, die beiden Gleichungen f (a?) = o und f“
(m) = o in eben demselben Intervall keine Wurzeln haben. Man
muss daher, wenn dies noch nicht der Fall wäre, das Intervall a . .b
so lange durch einen oder mehrere Mittel wert he theilen, bis man zu
zwei Grenzwerthen gelangt, für welche die erwähnten Bedingungen
erfüllt sind. Von diesen aus beginnt hierauf das geregelte Verfahren
der approximativen Bestimmung, der in diesem Intervall liegenden
reellen Wurzel. Diesem Übelstande ist von Caucliy durch zwei allgemeine
Methoden, deren eine am 22. und 29. Mai 1837, und die
andere am 4. September desselben Jahres der Akademie der Wissenschaften
zu Paris vorgelegt wurde, begegnet worden, indem durch
deren Anwendung aus je zwei, wenn gleich noch so entfernten
Grenzwerthen a und b einer Wurzel allezeit nähere Wertlie derselben
erhalten werden, während die Anwendung des F o u r i e r’sehen
Verfahrens, wenn die oben erwähnten Bedingungen für die beiden
Grenzwerthe a und b noch nicht erfüllt wären, eine solche Bestimmung
dadurch unsicher macht, dass man sich, anstatt dem wahren
Wertlie der Wurzel näher zu kommen, zuweilen von ihr auch wieder
entfernt. Zur Erreichung desselben Zweckes lassen sich auch noch die
mannigfaltigen Formeln der Mathematik gebrauchen, als die continuirlichen
Brüche, die recurrenten Reihen, die Producte mit unendlichen
Factorenfolgen, insbesondere die der binomischen Factoren von der
Form (1 + ~) (1 + i | 0 ) (1 + 10 7 (Fo ) • • •, worin cc, ß, y, ... einzilll'erige
Zahlen bedeuten, und mehrere andere, und sind zum Theil
in der That dazu verwendet worden, wie die erste von Lagrange,