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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Kollar.

Schon  am  zweiten  Tage  sah  ich  an  mehreren  meiner  Gäste
eine  Veränderung  eintreten;  sie  hatten  sich  gehäutet,  das  Grübchen, ­
  ihren  bisherigen  Aufenthalt  verlassen,  und  sind  frei  auf  dem
Blatte  herumgekrochen.  Die  kreisrunde  Form  des  Körpers  war  in
eine  länglich-eiförmige  übergegangen,  Fig.  4,  die  sternförmigen
Wärzchen  blieben  an  der,  in  dem  Grübchen  abgelegten,  einem
weissen  Flecke  ähnlichen  Haut,  Fig.  5,  und  die  Seitenränder  des
metamorphosirten  Thieres  waren  mit  einfachen  weichen  Spitzen
besetzt.  Die  Fühlhörner  erschienen  deutlich  zweigliederig,  und  hei
genauer  Untersuchung  zeigte  das  kürzere  und  dickere  Basalglied
noch  einen  weniger  deutlichen  Einschnitt,  so  dass  man  das  Fühlhorn ­
  eigentlich  als  dreigliederig  betrachten  muss.  Die  Fiisse  erschienen ­
  länger,  als  in  dem  früheren  Zustande  und  deutlich  aus  drei
Theilen  zusammengesetzt.
Ohne  eine  weitere  Veränderung  zu  erleiden,  fing  jedes  Individuum, ­
  ohne  vorhergegangene  Begattung  an,  Eier  zu  legen,  und
zwar  bis  fünfzig  Stück  in  einem  Häufchen  auf  die  Eichenblätter.
Dabei  wurde  es  immer  kürzer,  da  die  hinteren  Leibes-Segmente
einschrumpften  und  sich  in  die  vorderen  zurückzogen.  Fig.  6.  Auch
die  Farbe  des  Körpers  erlitt  eine  Veränderung,  ging  nämlich  aus
einem  blassen  Grün  ins  schmutzige  Olivengrün  über,  und  wurde
endlich  fast  schwarz;  die  stachelartigen  Fortsätze  an  den  Rändern
trockneten  ein.  In  diesem  Zustande  sah  ich  es  nicht  mehr  an  den
Blättern  saugen;  es  schrumpfte  völlig  zusammen  und  fiel  von  den
Blättern  herab.
Die  Eier,  Fig.  6  a,  waren  von  gewöhnlicher  Eierform,  blassgrün ­
  und  glänzend.  Nach  acht  Tagen  entwickelten  sich  schon  die
Jungen  daraus,  die  ungefähr  Vs  Linie  lang,  und  bis  auf  den  Mangel
der  weichen  stachelförmigen  Fortsätze  an  den  Rändern  des  Körpers
mit  ihren  Müttern  an  Gestalt  und  Farbe  ziemlich  übereinstimmten.
Fig.  7.  Sie  bewegten  sich  lebhaft  auf  den  frischen  Eichenblättern,
welche  ich  ihnen  vorgelegt  hatte,  sogen  aber  nicht  daran  und
gingen  bald  zu  Grunde,  so  dass  ich  nicht  ausmitteln  konnte,  ob  sie
vielleicht  nach  überstandener  Häutung  die  kreisrunde,  mit  sternförmigen ­
  Wärzchen  an  den  Rändern  besetzte  Form,  in  welcher  ich
das  Thier  zuerst  beobachtet  hatte,  erhalten  würden.
Ich  ging  daher  in  den  ersten  Tagen  des  Juni  wieder  nach
Schönbrunn,  um  zu  sehen,  was  mittlerweile  im  Freien  an  den
            
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