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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Übersichtskarte  der  österreichischen  Monarchie.

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Der  Kalkstein,  Alpenkalk,  ergreift  den  Muschelkalk,  den  Jura,
die  Kreide;  der  Sandstein,  Wiener  Sandstein,  Karpathensandstein,
Flysch,  Högl-,  Gurnigel-Sandstein  u.  s.  w.  begreift  Schichten  des
Keuper,  des  Grünsandes  und  Neocomien,  endlich  der  tertiären
Molasse.  Es  war  hei  der  Anlage  der  Karte  so  wenig  möglich,  alle
Fundorte  genau  zu  bezeichnen,  als  es  selbst  jetzt  geschehen  könnte,
wenn  eine  schnelle  Vollendung  einer  Karte  beabsichtigt  würde.
Nach  den  in  der  Nähe  von  Wien  angestellten  Beobachtungen  glaubte
Bergrath  Haidinger  den  Kalk  über  den  Sandstein  stellen  zu  müssen,
den  letztem  auf  die  Beobachtungen  der  Calamiten,  Pterophyllen  u.  s.  w.
von  Wienerbrückel,  Gaming,  Hinterholz,  Pechgraben  u.  s.  w.  dem
Keuper  anreihend.  Unzweifelhaft  lässt  sich  die  Gosau-Formation
mit  den  Schichten  der  unteren  Kreide  parallelisiren,  aber  es  war
auch  dies  nicht  durchgängig  anzugeben  möglich.  Überhaupt  bleiben
hier  noch  sehr  viele  Aufgaben  zu  lösen  übrig.
Es  wurde  ferner  noch  die  merkwürdige  Austheilung  der  abnormen ­
  Gebilde  hervorgehoben,  der  rothen  Porphyre  im  Süden  der
Alpenkette,  der  Trachyte  im  Süden  der  Karpathen,  endlich  der
Basalte  im  Süden  des  Erzgebirges,  wo  sie  in  einer  Linie  quer  durch
den  östlichen  Alpenhusen  bis  nach  Siebenbürgen,  auch  südlich  von
den  rothen  Porphyren  Tirols;  so  wie  die  Austheilung  der  Salzvorkommen ­
  und  der  Steinkohlen,  von  den  Schwarzkohlen  durch  die
Alpenkohlen  bis  zu  den  Braunkohlen.  Auch  der  Erzformationen  und
der  Mineralwasser  wurde  gedacht.
Durch  die  Karte  ist  nun  eine  schöne  Übersicht  gewonnen,
freilich  wie  bei  ersten  Übersichtskarten  dieser  Art  eine  solche,
dass  jeder  Gebirgsforscher  in  der  Regel  gerade  da,  wo  er  genau
bekannt  ist,  Verbesserungen  anzubringen  weiss.  Um  diese  für
künftige  Arbeiten  zu  benützen,  erging  auch  in  dem  Berichte  die  Bitte:
„Ich  lade  alle  Freunde  der  geologischen  Kenntniss  unseres
Landes,  welche  für  die  eine  oder  die  andere  Art  der  Ausführungen ­
  und  Verbesserungen  (Bestimmung  der  Grenzen  und  der  Art
der  Gesteine)  Angaben  zu  liefern  vermögen,  auf  das  Angelegentlichste ­
  ein,  mir  selbe  mitzutheilen.  ”
Dabei  erscheint  die  Karte  als  ein  nothwendiger  Schritt,  der
gemacht  werden  musste,  um  Arbeiten  vorzubereiten,  wie  sie  gegenwärtig ­
  in  allen  civilisirten  Ländern  theils  vollendet,  tlieils  noch  im
Gange  sind.  So  die  wundervollen  Leistungen  der  geologischen  Landes-
            
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