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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Kollar.  Über  Coccus  Aesculi  Koll.

wurden  im  k.  k.  montanistischen  Museum  aufgefunden,  als  man  eine
grosse  Stufe  Yon  röthlichem  Salz  mit  eingewachsenen  Anhydritkrystallen
  in  Wasser  legte,  um  die  letzteren  aus  der  umgehenden  Masse
heraus  zu  bringen.  Der  Vorgang  des  Absatzes  beruht  auf  der  Verschiedenheit ­
  des  Gehaltes  an  festen  Stoffen  von  verschiedenen
Strömen  der  Gebirgsfeuchtigkeit.  Eisen-  und  Kupfersalze  in  der
einen,  etwa  Chlorverbindungen  derselben,  in  ganz  kleiner  Menge
enthalten,  werden  allmählich  zerlegt  durch  andere,  die  etwa  Schwefelnatrium ­
  oder  andere  ähnliche  Verbindungen  mit  sich  führen,
gelöst  vielleicht  in  Strömen,  die  zugleich  Schwefelwasserstoff  enthalten, ­
  wie  dies  so  häufig  in  den  Salzrevieren  sich  findet.  Chlorverbindungen ­
  aber  von  Eisen  und  Kupfer,  und  Schwefelnatrium  in
den  erforderlichen  Mengenverhältnissen  zusammengeführt,  zerlegen
sich  einfach  zu  Kupferkies  und  Steinsalz.
Gewiss  hat  hier  das  Steinsalz  den  Raum  für  den  in  einem
späteren  Abschnitte  der  Metamorphose  gebildeten  Kupferkies  so  zu
sagen  offen  gehalten.  Aber  es  ist  seihst  noch  nicht  in  dem  Fortgange ­
  derselben  hinweggeführt  worden.  Hat  man  erst  eine  so  lange
Reihe  von  Veränderungen  vor  sich,  so  ist  die  Frage  nicht  mehr
abzuwehren:  Was  würde  wohl  ein  späterer  Zustand  der  Rildung
sein?  In  dem  nicht  sehr  weit  entfernten  Leogang  in  Salzburg  kam
mit  dem  Kupferkies,  Cölestin  vor,  in  Thonschiefer,  mit  Kalkspath,
Quarz  u.  s.  w.,  eine  Zusammensetzung,  wie  man  sie  als  Fortschritt
der  Rildung  erwarten  könnte,  aber  in  einer  älteren  Reihe  der
Geb  irgsform  atio  n  en.

Herr  Custos  Kollar  zeigte  Zweige  der  Rosskastanie  (Aesculus
Hippocastanmn  L.)  vor,  welche  mit  einer  bisher  unbeschriebenen
Art  von  Schildläusen  (Coccus  Aesculi  Koll)  mit  deren  Untersuchung ­
  er  noch  beschäftiget  ist,  dicht  besetzt  waren.  Er  theilte  das
Wesentlichste  über  die  Naturgeschichte  dieser  Thiere  mit  und
machte  auf  ihre  Eedeutung  im  Haushalte  der  Natur,  so  wie  auf
andere  Thiere  aufmerksam,  welche  der  übermässigen  Vermehrung
dieser,  den  Pflanzen  schädlichen  Schmarotzer,  Schranken  setzen.
Nähere  Details  werden  später  folgen.
            
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