Kupferkiese von Hall. 187
rothes und körnig zusammengesetzt, sondern weisses, körnig in den
grösseren Räumen, fasrig in den Sprüngen und Klüften, welche die
dunkelgraue Masse des verhärtenden Salzthones durchsetzen. Die
weissen Salzgänge treffen an manchen Orten die Linsen von rothem
Salze und Kupferkies ohne durch sie hindurch zu gehen; man darf
daraus schlicssen, dass die in einer etwas höheren Temperatur
bereits ziemlich entwässerte Masse in einer darauf folgenden nieddrigeren
Temperatur bei fortdauernder Entwässerung sich mehr
zusammenzog, als die bereits wasserlose, linsenförmige Partie von
Salz und Kupferkies.
Die Salzkrystallisation in der Breccienbildung der dritten
Periode ist gewiss anogen im Vergleich mit den beiden ersten, die
einen katogenen Charakter zeigen. Aber man kann eine solche
Breccienbildung sehr weit zurück verfolgen, und erhält dadurch
Veranlassung, eruptive Zustände so weit in der Geschichte der
Salzgebilde zurück anzunehmen, dass am Ende seihst für den ersten
der oben angeführten Zustände, den salzhaltigen Tonschlamm,
keine andere wahrscheinliche Bildung übrig bleibt, als eine eruptive.
Mit dieser stimmt so Vieles überein, das man an den vorliegenden
und so vielen anderen Stücken in der Natur beobachtet, und
das auch allerdings sehr allgemein angenommen wird. Hieher gehört
unter andern das so auffallende Verhältniss der gekrümmten Theilungsflächen
grossblätteriger Salzmassen, während sich in der
ganzen langen Reihe der Bildungen eine zusammenhängende Folge
von Handstücken aufweisen lässt, die von körnigem, dunkelrothem
Salz beginnend durch alle Zwischentöne bis in das weisse fasrige
Gangsalz reichen. Eine kürzlich an das k. k. montanistische Museum
gelangte Sendung von Hallstatt enthält diese sämmtlichen Varietäten,
und verdient mit Vergleichung anderer Vorkommen ausführlich
in dieser Hinsicht noch weiter studirt zu werden.
So auffallend indessen auch auf den ersten Blick das Vorkommen
des Kupferkieses im Salzthon mit Steinsalz ist, so ist doch
nicht nur das Vorkommen einer anderen Schwefelverbindung, des
gewöhnlichen Schwefelkieses häufig, sondern, wie oben bemerkt
wurde, auch Kupferkies schon in Aussee mit Anhydrit in Steinsalz
eingewachsen gefunden. Ich erwähnte des Vorkommens in dem
Handbuche der bestimmenden Mineralogie S. 137. Es sind die Sphenoide
mit Axenkanten von 71° 20' und Seitenkanten von 70° 7'. Sie