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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Kupferkiese  von  Hall.  187
rothes  und  körnig  zusammengesetzt,  sondern  weisses,  körnig  in  den
grösseren  Räumen,  fasrig  in  den  Sprüngen  und  Klüften,  welche  die
dunkelgraue  Masse  des  verhärtenden  Salzthones  durchsetzen.  Die
weissen  Salzgänge  treffen  an  manchen  Orten  die  Linsen  von  rothem
Salze  und  Kupferkies  ohne  durch  sie  hindurch  zu  gehen;  man  darf
daraus  schlicssen,  dass  die  in  einer  etwas  höheren  Temperatur
bereits  ziemlich  entwässerte  Masse  in  einer  darauf  folgenden  nieddrigeren
  Temperatur  bei  fortdauernder  Entwässerung  sich  mehr
zusammenzog,  als  die  bereits  wasserlose,  linsenförmige  Partie  von
Salz  und  Kupferkies.
Die  Salzkrystallisation  in  der  Breccienbildung  der  dritten
Periode  ist  gewiss  anogen  im  Vergleich  mit  den  beiden  ersten,  die
einen  katogenen  Charakter  zeigen.  Aber  man  kann  eine  solche
Breccienbildung  sehr  weit  zurück  verfolgen,  und  erhält  dadurch
Veranlassung,  eruptive  Zustände  so  weit  in  der  Geschichte  der
Salzgebilde  zurück  anzunehmen,  dass  am  Ende  seihst  für  den  ersten
der  oben  angeführten  Zustände,  den  salzhaltigen  Tonschlamm,
keine  andere  wahrscheinliche  Bildung  übrig  bleibt,  als  eine  eruptive.
Mit  dieser  stimmt  so  Vieles  überein,  das  man  an  den  vorliegenden ­
  und  so  vielen  anderen  Stücken  in  der  Natur  beobachtet,  und
das  auch  allerdings  sehr  allgemein  angenommen  wird.  Hieher  gehört
unter  andern  das  so  auffallende  Verhältniss  der  gekrümmten  Theilungsflächen
  grossblätteriger  Salzmassen,  während  sich  in  der
ganzen  langen  Reihe  der  Bildungen  eine  zusammenhängende  Folge
von  Handstücken  aufweisen  lässt,  die  von  körnigem,  dunkelrothem
Salz  beginnend  durch  alle  Zwischentöne  bis  in  das  weisse  fasrige
Gangsalz  reichen.  Eine  kürzlich  an  das  k.  k.  montanistische  Museum
gelangte  Sendung  von  Hallstatt  enthält  diese  sämmtlichen  Varietäten, ­
  und  verdient  mit  Vergleichung  anderer  Vorkommen  ausführlich
in  dieser  Hinsicht  noch  weiter  studirt  zu  werden.
So  auffallend  indessen  auch  auf  den  ersten  Blick  das  Vorkommen ­
  des  Kupferkieses  im  Salzthon  mit  Steinsalz  ist,  so  ist  doch
nicht  nur  das  Vorkommen  einer  anderen  Schwefelverbindung,  des
gewöhnlichen  Schwefelkieses  häufig,  sondern,  wie  oben  bemerkt
wurde,  auch  Kupferkies  schon  in  Aussee  mit  Anhydrit  in  Steinsalz
eingewachsen  gefunden.  Ich  erwähnte  des  Vorkommens  in  dem
Handbuche  der  bestimmenden  Mineralogie  S.  137.  Es  sind  die  Sphenoide
  mit  Axenkanten  von  71°  20'  und  Seitenkanten  von  70°  7'.  Sie
            
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