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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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H  a  i  (li  n  g  e  r.

Es  lässt  sich  nun  aus  den  Beobachtungen  eine  Reihe  von  aufeinander ­
  folgenden  Zuständen  ableiten,  die  in  Bezug  auf  Art
der  Ablagerung,  Temperatur  und  Druck  gewiss  viele  Beachtung
verdienen.
1.  Thoniger  Schlamm,  in  einer  sehr  concentrirten  Salzlösung.
Würfel  von  rothem  Salze  bilden  sich  innerhalb  des  Schlammes.
Das  Salz  ist  roth,  eisenhaltig.  Bei  der  gewöhnlichen  Temperatur ­
  und  Pressung  krystallisirt  weisses  Salz.  Man  kann  daher
wohl  voraussetzen,  dass  während  der  Bildung  der  Krystalle  eine
etwas  höhere  Temperatur  stattfand,  und  zwar  zwischen  der  gewöhnlichen ­
  und  der  Siedhitze,  folgend  auf  eine  noch  höhere,  welcher
die  Masse  früher  ausgesetzt  war.
2.  Bei  fortdauernder  Ruhe  vermehrter  Druck.  Mit  dem  zu
Thonmergel  erhärtenden  Tlione  werden  auch  die  eingewachsenen
Salzwürfel  zusammengedrückt.  Der  Thonmergel  nimmt  einen  Beginn
von  Schieferung  an;  aber  während  die  Masse  zusammengedrückt
wird,  geschieht  dies  nicht  ganz  gleichförmig.  Die  Bewegung  der
Gebirgsfeuchtigkeit  auf  den  Structurflächen  bringt  einen  Absatz  von
gleichfalls  rothem  Salze  in  den  der  Schieferung  folgenden  linsen-  fc
förmigen  Partien  hervor.
Im  Fortgange  wird  ein  Theil  des  Salzes  aufgelöst,  und  in  der
Gebirgsfeuchtigkeit  weggeführt;  dagegen  krystallisirt  Cölestin  in
ganz  kleinen  Individuen  im  Innern  der  Salzkrystallräume,  und
Anhydrit  ebenfalls  an  der  Stelle  des  Salzes,  vorzüglich  in  den
Räumen  der  linsenförmigen  Partien.  Gegen  das  Ende  der  Periode
fällt  der  Absatz  des  Kupferkieses,  und  zwar  an  der  Stelle,  die
augenscheinlich  früher  von  Salz  erfüllt  war,  sowohl  in  kleinen
Krystallen  im  Innern  der  Salzwürfel,  als  auch  in  den  linsenförmigen ­
  Räumen,  theils  gerade  in  dem  mittleren  Theile  derselben,
theils  in  von  dem  Salze  abgesonderten  Linsen  und  unregelmässigen
platten  Lagen.  Der  hochkrystallinische  Zustand  des  Kupferkieses
sowohl,  als  des  Anhydrits  und  Cölestins  beweisen  eine  fortgesetzte
Periode  ruhigen  Fortschrittes.
3.  Die  früher  zusammenhängenden  Massen  des  verhärtenden
Tliones  werden  zerbrochen  und  durch  die  weicheren  Theile,  voll
kleinerer  Bruchstücke,  die  meisten  an  den  Kanten  abgerundet,  wieder
breecienartig  zusammen  verkittet.  Es  bildet  sich  das  Haselgebirg.
Salz  setzt  sich  in  grösseren  und  kleineren  Massen  ab,  aber  nicht  mehr
            
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