H a i d i n g e r. Kupferkiese von Hall.
18S
aber von den Seiten her zusammengepresst, so dass im Querbruche
nur ein kleines Rechteck erscheint, das von vier Strahlen umgeben
ist, die sich an die Ecken anschliessen und die frühere Ausdehnung des
Krystalles bezeichnen. Die Würfel sind auch noch in einer Richtung
etwas zusammengedrückt, die senkrecht auf einer ziemlich deutlich
wahrnehmbaren beginnenden Schieferung steht, sie mögen was immer
für eine Lage in Bezug auf ihre Krystallaxen haben; einige sind
daher zwischen den Flächen, andere zwischen den Kanten zusammengedrückt.
Ausserdem findet sich noch rothgefärbtes Salz mit
körniger Structur in linsenförmigen Partien, in der Richtung
jener Schieferung, nicht als eigentliche zusammenhängende Lagen,
doch sind sie bei einer Dicke einer Linie oft mehr als einen Zoll
lang. An das Vorkommen des rothen Salzes schliesst nun das der
andern Speeies an. Schon wenn man aus den würfligen, von Salz
erfüllten Räumen dieses Salz durch Auflösung entfernt, so erscheint
der innere Raum ganz überdeckt mit einer Rinde von kleinen
weissen Krystallen, an welchen zum Theile die aus zwei senkrecht
aufeinander stehenden Prismen bestehende Combinationsform des
Cölestins deutlich erscheint, doch war sie für eine ganz genaue Bestimmung
gar zu klein. Auch die chemischen Reactionen, durch
Herrn v. Morlot geprüft, zeigten übrigens das Vorhandensein
des schwefelsauren Strontians. Hin und wieder erscheint auch Anhydrit,
besonders an einigen Stellen in jenen linsenförmigen Partien,
und zwar in verhältnissmässig grösseren, vollkommen theilbaren
Individuen. Ferner, und dies ist das Auffallendste, erscheint Kupferkies
theils für sich kleine, linsenförmige Partien, ähnlich denen
des rothen Salzes und in derselben der Schieferung entsprechenden
Lage bildend, theils innerhalb der grösseren linsenförmigen Partien
des rothen Salzes, und gewissermassen als Stellvertreter eines
Theiles derselben. Der Kupferkies ist überall vollkommen krystallinisch,
glänzend mit musehligem Bruche, selbst die Zwillingskrystallisation
kann man an der in geraden Linien scharf abgeschnittenen
Lage der deutlichen Theilungsflächen erkennen. In einigen der
rothen Steinsalzkrystalle sind kleine Krystalle von Kupferkies eingewachsen.
Endlich kommt auch noch an den Stücken weisses, faseriges
Steinsalz in dünnen, gangartigen Platten in dem dunkelgrauen Thonmergel
vor, und in grösseren weissen Partien in den weicheren
Massen des Haselgebirges,