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Die zweite Schachtel enthielt durch Insectenfrass beschädigte
Ähren der oben erwähnten Getreidearten, in welchen die Körner
bald ganz, bald nur bis zur Hälfte ausgenagt waren. Gleich beim
Öffnen dieser Schachtel zeigten sich einige fliegenartige Insecten,
beiläufig eine Linie lang und den allgemein bekannten geflügelten
Blattläusen ähnlich, obschon von diesen wesentlich verschieden.
Diese Insecten aus der Linne’schen Gattung: Perlfliege, Hemerobius
(Psocus der neueren Systematiker), sind den
bekannten Papierläusen zunächst verwandt und haben eine ähnliche
Lebensart, sie nähren sich nämlich sowohl von animalischen als
vegetabilischen Stoffen, welche sie benagen. — Wenn nun auch
nicht zu zweifeln ist, dass besagte kleine Perlfliegen, welche zu
einer unbeschriebenen Art gehören, ihre Nahrung von den Getreideähren
nehmen, so können sie doch unmöglich für die eigentlichen
und einzigen Zerstörer derselben angesehen werden, da ihre Mundtheile
viel zu zart und schwach sind, um die harten Getreidekörner
gleich wie mit Zangen abgenagt zu haben.
In der gefälligst mir mitgetheilten Abschrift eines diesen Gegenstand
betreffenden Circulars von dem Kreisamt Wadowice wird
zwar ebenfalls diese Fliege als der muthmassliche Feind angegeben,
und sie ist mir mit ähnlichen Angaben auch aus Böhmen mitgetheilt
worden.
Die Untersuchung der dritten Schachtel lehrte mich noch ein
anderes Insect kennen, und wie ich mit grösster Wahrscheinlichkeit
zu vermuthen Ursache habe, in demselben den wahren Verwüster
entdecken.
In dieser Schachtel befanden sich in zwei Säckchen eben ausgedroschene
Getreidekörner sammt der Spreue; als ich diese genauer
untersuchte, stiessen mir mehrere vertrocknete Raupen auf, welche
solchen Nachtschmetterlingen angehören, die als Verwüster des
Getreides bekannt sind. Es war mir zwar nicht möglich aus den
Raupen-Mumien die Gattung und die Art des Schmetterlinges zu
erkennen, aber so viel ist gewiss, dass er in die Nachbarschaft der
b e r ü e h t i g t e n W i n t e r s a a t - E u I e, Noctua (Agrotis) segetum,,
der Waizen-Eule, Noctua tritici und der adlerbraunen Eule Noctua
aquilina gehören.
Diese Thiere greifen zwar nach den bisherigen Erfahrungen
hauptsächlich die jungen Saaten und andere frische Pflanzen auf