Kollar. Über Insectenfrass.
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sich noch deutlicher heraus, wenn man ljei den obigen Analysen,
die nicht wesentlichen Bestandtheile, so wie die unlösliche Kieselsäure
weglässt, und die lösliche kieseisäure als Kieselsäuren Kalk,
in demMörtel enthalten, annimmt. Die Zusammensetzung der in Salzsäure
löslichen Bestandtheile, ist dann folgende:
v. J. 1156 v. J. 1302 v. J. 1345
Kieselsaurer Kalk. . . 33,72 . . . 25,54 . . . 18,19
Kalk 24,09 . . . 29,51 . . . 33,20
Magnesia 14,49 . . . 9,50 . . . 23,84
Kohlensäure .... 27,70 . . . 32,45 . . . 24,77
Die Kohlensäure ist in allen diesen Mörteln in weit geringerer
Menge vorhanden, als nothwendig wäre, um den freien Kalk und die
Magnesia in neutrale kohlensaure Salze umzuwandeln, denn hiezu
wären davon nach obiger Ordnung 35,33, 33,64 und 52,30 Th.
erforderlich. Auch hiebei ist der Einfluss der Zeit bemerklich, indem
nach 300 Jahren erst nahe die Hälfte der ganzen Kohlensäuremenge
mit den Basen des Mörtels in Verbindung getreten ist. Weitere
Schlüsse werden, der ungleichen Umstände wegen, unter welchen
sich die Mauern in den verschiedenen Perioden befanden, unsicher.
Herr Custos Kollar las folgende, von ihm im October 1846
an den Hofrath Sr. kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs
Albrecht, Herrn J. Bitter v. Kleyle, gerichtete Zuschrift, deren
Gegenstand der Aufmerksamkeit der Classe nicht unwerth sein
dürfte:
Eure Hochwohlgeboren!
Die mir mitgetheilten durch Insectenfrass beschädigten Getreidearten
habe ich einer sorgfältigen Prüfung unterworfen und beeile
mich, Eurer Hochwohlgeboren die Besultate dieser Untersuchung im
Nachfolgenden mitzutheilen:
In einer Schachtel mit der Aufschrift: „Baumgarten. Durch
Insectenfrass beschädigte Körnerfrucht (Vorder- und
Hinterfrucht gemischt)" befanden sich Körner von Weizen,
Roggen, Gerste und Hafer, an denen nur theilweise Spuren dieses
Frasses zu sehen waren; das Insect selbst, welches diese Beschädigung
verursacht hat, befand sich nicht dabei, auch war es nicht
möglich nach diesen Spuren den wahren Feind anzugeben.