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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Schrötter.  Zusammensetzung  alter  Mörtel.

Theil  der  löslichen  Kieselsäure  in  Form  einer  Gallerte  aus,  während
ein  anderer  Theil  derselben  sich  löste.  Beim  Verdünnen  der  Flüssigkeit ­
  mit  viel  Wasser  löste  sich  noch  ein  grosser  Theil  der  gelatinösen ­
  Kieselsäure.  Nachdem  sich  alles  ahgesetzt  und  die  Flüssigkeit ­
  vollkommen  geklärt  hatte,  wurde  dieselbe  durch  ein  mit
Salzsäure  ausgewaschenes  und  dann  gewogenes  Filter  gegossen,
ohne  jedoch  etwas  von  dem  Bodensätze  auf  dasselbe  zu  bringen.
Diese  Operation  wurde  nochmals  wiederholt.  Das  Zurückbleibende
bestand  nur  aus  Quarzsand  und  einer  nicht  beträchtlichen  Menge
flockiger  Kieselsäure.  Um  die  letztere  vom  ersteren  zu  trennen,
wurde  das  Gemenge  beider  mit  einer  concentrirten  Lösung  von
kohlensaurem  Natron  digerirt,  wodurch  sich  die  flockige  Kieselsäure
fast  vollständig  löste.  Nach  einer  abermaligen  und  letzten  Behandlung ­
  mit  Salzsäure  blieb  Nichts  mehr  als  der  reine  Quarzsand
zurück,  der  in  den  obigen  Analysen  als  der  in  Salzsäure  unlösliche
Beslandtheil  aufgeführt  ist.  Das  Gewicht  des  nach  diesen  Operationen ­
  gut  ausgewaschenen  und  getrockneten  Filters  hatte  sich  nicht
geändert,  woraus  hervorgeht,  dass  Nichts  von  der  flockigen  Kieselsäure ­
  auf  demselben  zurückblieb,  sondern  dass  sich  die  ganze
Menge  derselben  in  dem  Filtrate  befand.  Die  Bestimmung  der
übrigen  Substanzen  wurde  nach  der  gewöhnlichen  bekannten  Methode ­
  vorgenommen,  die  der  Kohlensäure  nach  der  von  Will  und
Fresenius.  Es  ist  nur  noch  zu  bemerken,  dass  alle  drei  Mörtel
Ätzkalk  enthalten,  der  sich  durch  Wasser  ausziehen  lässt.  —
Vergleicht  man  die  oben  angegebene  Zusammensetzung  der
drei  Mörtel  mit  einander,  so  zeigt  sich,  dass  der  älteste,  nämlich
der  662  Jahre  alte,  die  grösste  Menge,  10,4  pCt.;  der  546  Jahre
alte  7,52  pCt.  und  der  jüngste,  welcher  ein  Alter  von  303  Jahren
erreicht  hat,  nur  nahe  4  pCt.  lösliche  Kieselsäure  enthält.  Da  übrigens
eine  grosse  Übereinstimmung  in  dem  Gesammtgehalte  der  Kieselsäure ­
  in  allen  drei  Mörtelarten  vorhanden  ist,  und  auch  die  Menge  des
Alumins  zu  klein  ist,  um  etwa  dem  Thone,  welcher  dem  Kalke  vielleicht ­
  schon  ursprünglich  beigemengt  war,  die  lösliche  Kieselsäure
zuschreiben  zu  können;  so  ist  der  Schluss  erlaubt,  dass  die  langsame
Einwirkung  der  Kieselsäure  auf  den  Kalk,  auch  wenn  sich  beide
Stoffe  in  festem  Zustande,  also  unter  Umständen  befinden,  welche
für  die  Thätigkeit  der  chemischen  Anziehung  sehr  ungünstig  sind,
dennoch  durch  Jahrhunderte  fortdauert.  Dieses  Verhältniss  stellt
            
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